Karneval: andere Länder, andere Jecken

 

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Schick mit Hut: Karnevalsköpfe mit feinem Marzipan

Der Karneval hat einen besonderen Platz im Herzen des Rheinländers. Ab dem 11.11. um 11.11 Uhr steht der echte Jeck bereit. Mit heiligem Ernst besucht er Schunkelsitzungen, lauscht Büttenreden und tanzt als Clown, Pippi Langstrumpf oder Darth Vader durch jecke Prinzenballnächte. Wie sonst nie im Jahr futtert er Krapfen, Mutzen und Berliner und fiebert, derart mit Kalorien versorgt, auf die karnevalistische Hochsaison hin. An Weiberfastnacht, Nelkensamstag, Tulpensonntag, Rosenmontag und Veilchendienstag ist der eingefleischte Karnevalist dann nicht mehr ansprechbar. Arbeiten? Sollen andere. Sorgen? Nein danke. Jetzt wird auf rauschenden Partys und im Straßenkarneval extatisch gefeiert und nach allen Seiten enthusiastisch gebützt. Das Leben ist ein Fest! Doch wer ob solcher Beobachtungen meint, das Rheinland wäre die alleinige Wiege und das Epizentrum des Karnevals, der irrt.

 

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Helau? Alaaf? Clowns, die es in sich haben (Champagnetrüffel nämlich), werden überall geliebt

Wer hat den Karneval erfunden?

Der Wechsel von der dunklen in die helle Jahreszeit wurde bereits in alten Kulturen gefeiert. Den genauen Ursprung des Karnevals kennt man nicht genau. Man vermutet, dass schon die vorchristlichen Kelten und Germanen mit Masken und Tierfellen die bösen Wintergeister vertrieben haben. Im frühen Ägypten feierte man im späten Winter ein ausgelassenes Fest zu Ehren der Göttin Isis. Die Griechen veranstalteten gleiches für ihren Gott Dionysos. In der christlichen Kultur bedeutet der Karneval den Beginn der vierzigtägigen Fastenzeit bis Ostern. In dieser Zeit übt man meist Verzicht auf Fleisch und Alkohol. Seit dem 13. Jahrhundert feiert man das Karnevalsfest von Weiberfastnachtsdonnerstag bis Dienstag.
Im Rheinland wird das hochdeutsche ,Karneval‘ mundartlich als ,Fastelovend‘ (Fastenabend) oder ,Fasteleer‘ bezeichnet. In Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland spricht man hingegen von der ,Fastnacht‘. In Bayern und Österreich, in Sachsen und in Norddeutschland wird vor allem der Begriff ,Fasching‘ gebraucht. Das Wort taucht im Hochdeutschen bereits ab dem 13. Jahrhundert auf. Etymologen erklären die Wortherkunft mit ,Fastenschank‘, also der letzte Ausschank alkoholischer Getränke vor der Fastenzeit.

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Niedlich: herzige, handgemachte Mitbringsel

Brasilien – erste Liga des Karnevals

Am Freitag vor Aschermittwoch geht es los. König Momo, die Symbolfigur des brasilianischen Karnevals, erhält von der Stadt Rio de Janeiro einen übergroßen Schlüssel und eröffet damit die prächtistge, farbefroheste und ausgelassenste Saison des Jahres. Alle Samba­schulen des Landes wetteifern am Karenevalssonntag und -montag mit ihren prunkvollen Kostümen und ausgeklügelten Choreografien um den Aufstieg in die höchste Karnevalsliga. Diese Ligen gibt es hier wie beim Fußball. Begleitet von den rhythmischen Klängen der Trommeln ziehen die Paraden bis in die frühen Morgenstunden durch die Arena „Sambódromo“. Am Aschermittwoch ermitteln vierzig Punktrichter nach zehn Bewertungskategorien die Sieger. Wie bei einer Fußballweltmeisterschaft wird die Siegesfeier mit einem bombastischen Feuerwerk gefeiert.

New Orleans – fetter Dienstag

Die Tradition des ,Mardi Gras‘ entstand durch französischstämmige Katholiken. Man versuchte, sich die Rechte Frankreichs am damals als Louisiana bezeichneten Gebiet zu sichern. Dieses umfasste Teile der heutigen Bundesstaaten Alabama, Mississippi und Louisiana. Die französische Expedition erreichte die Mündung des Mississippi River am 2. März 1699, dem Rosenmontag. An einer guten Stelle schlug man ein Lager auf und gründete eine Stadt. Dies war am 3. März 1699, dem ,Mardi Gras‘ (,fetter Dienstag‘). So wurde die neue Heimat dann auch benannt, ,Point du Mardi Gras‘. Genau wie auch der Karneval, der am Dienstagabend vor Aschermittwoch begangen wurde und lange im Geheimen gefeiert werden musste. Der Mardi Gras wird in New Orleans exzessiv ausgelebt. Mit geheimnisvollem Anstrich, Jazzmusik, Indianerritualen und einer Portion Voodoo.

Venedig – historischer Maskentanz

Der berühmte Karneval in Venedig ist ein unterhaltsames und opulentes Spektakel, bei dem die venezianischen Masken zum Einsatz kommen. Rund um den Markusplatz flanieren die Menschen in aufwändigen, historischen Kostümen durch die Stadt. Jährlich werden die einfallsreichsten prämiert. Am Markusplatz finden jeden Abend spektakuläre Veranstaltungen statt. Mit einem großen Feuerwerk am Faschingsdienstag endet das Fest schließlich. Der venezianische Karneval hat eine sehr lange Tradition. Bereits im Jahr 1094 taucht der Begriff „Carnevale di Venezia“ erstmals in einem Schriftstück auf. Um 1420 entwickelte sich der Karneval von Venedig zu der heute bekannten Festlichkeit. Ein Doge ließ erstmals ein Fest zu Ehren des ruhmreichen Sieges der Venezianer über das nördliche Aquileia abhalten. Dieses Fest fand fortan jedes Jahr statt. Heute reisen hunterttausende Besucher zu den venzianischen Karnevalstagen an. So viele, dass der Zugang zum Markusplatz schon begrenzt werden musste.

Teneriffa – drei Wochen Karnevalssause

Wer hätte das gedacht: Der Karneval in Santa Cruz de Tenerife ist eines der größten Karnevalsfeste der Welt. Prachtvolle Umzüge prägen tagelang das Bild der Inselhauptstadt Santa Cruz. Höhepunkt ist der große Umzug am Faschingsdienstag. An diesem Tag defilieren verkleidetete Gruppen und Prachtwagen über Stunden zu heißen Rhythmen durch die Stadt. Abschluss der Festivitäten ist das Verbrennen einer Pappsardine am Aschermittwoch. Dies symbolisiert den Übergang von den närrischen Tagen zum Alltagsleben. Die Spanier können feiern: Im Gegensatz zu Deutschland zieht sich in Santa Cruz das närrische Treiben über drei Wochen hin.

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Der Zoch kütt: bunte Clownsparade
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Am Aschermittwoch: ist alles vorbei

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Quellen: Wikipedia

2 Comments

  1. Schoener Bericht, hier in Singapur kennt man diese Braeuche gar nicht. Ich vermisse die koestlichen Berliner und Mohrenkoepfe (ich sags einfach) von Heinemann hier sehr <3

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