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Orange passt immer: Steffi Dübbers, Leiterin der Dekoabteilung

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Hattu Möhrchen? Ein im eigenen Atelier handgefertigter Heinemann-Osterhase

Frau Dübbers, Sie sind verantwortlich für die dekorativen Verpackungen der Konditorei Heinemann. Wie kam es dazu?
SD: Ich besuchte damals, vor über 30 Jahren, die Abendschule. Von einem Bekannten erfuhr ich, dass in der Weihnachtszeit von der Konditorei Heinemann Aushilfen gesucht wurden. Damals gab es hier nur einen einzigen Dekorateur. Ich bekam den Job, verpackte Pralinen, machte Dekorationen und hatte richtig Spaß an der Arbeit. Ich konnte dann Horst Mindt überzeugen, mir eine Lehrstelle als Schauwerbegestalterin einzurichten, die er eigentlich gar nicht vorgesehen hatte. Ich blieb aber hartnäckig und es klappte. Anschließend wurde ich dann übernommen. Jahre später habe ich mir meinen Kinderwunsch erfüllt und kam anschließend wieder zurück. Seither arbeite ich nur noch in der Werkstatt, bin nicht mehr so viel in den Läden unterwegs, das kommt meiner Lebenssituation sehr entgegen.

Die Konditorei Heinemann fertigt sämtliche Dekoration im eigenen Atelier. Warum?
SD: Früher haben wir Dekorationen und Verpackungen aus einem Schweizer Atelier zugekauft, die kamen unserem heutigen Stil schon sehr nahe. Wir haben uns aber nach und nach perfektioniert, das Material stabiler und die Gestaltung hochwertiger gemacht. Es ist eben ein ganz eigener Stil, der uns prägt. Herr Mindt möchte z. B. dieses Jahr zu Ostern alles in Pastelltönen, vom Blütenschmuck in den Geschäften bis zur Gestaltung der Pralinenverpackungen soll alles aus einer Hand und in einem Konzept sein.
(Eine weitere Mitarbeiterin kommt dazu, Christel Bossert. Sie wirft ein:)
CB: Wir wollen uns von der Masse abheben, etwas Besonderes sein. Man kennt uns über die Region hinaus, es gibt überall Heinemann-Fans. Manche Gäste der Konditoreien wollen unsere Dekorationen sogar kaufen. Aber wir verkaufen sie natürlich nicht, wenngleich es ein schönes Kompliment für unsere Arbeit ist. Darüber hinaus werden wir von anderen oft kopiert, aber schlecht.

Bunt und hochwertig: der Heinemann-Stil

Wie würden Sie den Heinemann-Designstil bezeichnen?
SD: Als Zuckerbäcker-Stil. Ziemlich bunt, mit guten, hochwertigen Materialien.

Auch ein bisschen kitschig?
SD: Die Produkte werden gekauft und gemocht, auch wenn vielleicht nicht alles meinem persönlichen Geschmack entspricht. Andererseits hat genau dieser Stil bei uns Tradition, verfolgt eine wiedererkennbare Linie. Und wenn ich mal ein Geschenk für jemanden brauche, den ich nicht so gut kenne, finde ich bei uns immer etwas Passendes, über das sich jeder freut.

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Farbrausch: handgeknüpfte Blütengirlande
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Süße Armee: Osterhasen-Manufaktur bei Heinemann

Wie entstehen die Ideen und Designs?
SD: Unser Kreativer ist Herr Mindt, wir führen eher aus. Aber die Kommunikation im Team ist gut, und wenn jemand eine Idee hat, wird sie diskutiert. Auch unser Chef hat gute Produkt-Ideen. Außer beim Thema Fußball! Herr Heinemann interessiert sich nämlich überhaupt nicht dafür. Wir haben ihn dann aber überzeugen können, während der WM und EM doch mal mit ein paar Produkten auf das Thema einzugehen und die waren auch ganz erfolgreich. Das hat Spaß gemacht!

Was inspiriert Sie?
SD: Jedes Jahr wieder die Weihnachtsmesse ‚Christmas World‘ in Frankfurt. Das ist die weltgrößte Messe mit vielen tausend Ausstellern, die ist immer interessant für mich. Ich schaue mich dort um und überlege, welche Materialien wir einkaufen.

Werden Sie von Ihren Freunden um den Job bei Heinemann beneidet?
SD: Ja, oft. Und auch oft benutzt (lacht). Das bleibt nicht aus, wenn man an der Quelle sitzt. Für die meisten ist es etwas Besonderes, die Schokoladen und Pralinen zu genießen. Heinemann ist da eine Klasse für sich. Es gibt bei meinen Freunden auch die Redewendung „Es muss ja nicht immer Heinemann sein.“.

Wenn Heinemann ein Musikstil wäre, wie würde dieser klingen?
SD: Ich finde, wir klingen nach klassischer Musik. Und auch ein bisschen nach Operette.
CB: Nee, ich finde, Heinemann klingt wie David Garrett – ein klassischer Geiger, aber dabei ein heißer Typ!
SD: Auch nicht schlecht. Interessant, wie unterschiedlich man das wahrnehmen kann.

Was bedeutet für Sie Zeitgeist? Spielt er eine Rolle?
SD: Doch, auf jeden Fall. Unser Anspruch ist, Modernes aufzugreifen, aber dafür zu sorgen, dass man sich daran nicht satt sieht. Traditionelle Materialien werden mit neuen kombiniert. Mann kann sagen: Neuheiten machen wir zu Klassikern. Die Einrichtung der Heinemann-Cafés ist ziemlich einheitlich, das gefällt mir sehr gut. Mein Lieblingscafé ist das in Krefeld, schön gemütlich, mit viel Holz.

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Pralinenbäuche: im Heinemann-Atelier handgefertigte Osterhäschen.

Hilft es, bei der Arbeit Pralinen zu naschen?
SD: Immer. Wenn man nicht gerade nur auf Currywurst und Pommes frites steht, regt der Duft, der aus der Backstube zu uns herüberzieht, schon an, zu probieren.

Werden Sie für Ihre Arbeit oft gelobt?
SD und CB: (lachen) Könnte mehr sein! Sagen wir mal so: Wenn wir nichts hören, dann ist meist alles sehr gut in Ordnung. Wir machen uns von einem Lob nicht abhängig. Zuspruch hören wir zwischen den Zeilen heraus, wir sind schließlich schon „alte Osterhasen„!

Haben Sie einen Leitsatz bei der Arbeit?
SD: (lacht) „Orange passt immer.“. Im Ernst: Die Farbe Orange gibt immer Frische in die Gestaltung, die sieht immer schön aus, ohne sie fehlt oft etwas.

Ich habe den Eindruck, Ihre Treue zum Unternehmen Heinemann ist sehr groß?
SD: Ja, viele Menschen arbeiten hier schon sehr, sehr lange, so wie auch ich. Teilweise sogar schon in zweiter Generation. Die Konditorei Heinemann ist aber auch ein ungewöhnlicher Arbeitgeber. Allein schon, weil es ein Familienunternehmen ist. Weil es hier persönlicher und unkonventioneller zugeht. Und die Kommunikation und das Miteinander sind gut, weil jeder seinen Platz und seinen Aufgabenbereich hat.

Was schätzen Sie an Ihren Kollegen besonders?
SD: Dass wir ein Team sind, niemand missgönnt dem anderen etwas, das ist schön. Jeder macht das, was er am besten kann. Laut Herrn Mindt leite ich ja die Abteilung, die aus vier Leuten besteht, die ich koordiniere. Aber eigentlich ordne ich mich lieber im Team ein. Ich halte mich nicht so sehr für eine Führungskraft.

Auf was sind Sie richtig stolz?
SD: Stolz empfinde ich weniger, ich bin eher froh und dankbar, dass ich diese Arbeit machen kann. Auch wenn ich sicher auch einiges dafür getan habe.

Frau Dübbers, danke für das Gespräch.

 

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Moderne Kunst? Krepppapier!
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Tatü-tata: Tütüs.
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