Heimatkunde in aller Munde: Was ist „Schneider-Wibbel-Garn“?

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Schneider Wibbel hätte sie sich verdient: feinste Trüffel

Das Schneider-Wibbel-Garn aus der Konditorei Heinemann ist wahrlich kein dünnes Fädchen. Eher ist es ein dickes Knäuel. Genauer: eine große, runde Praline, die es vielfältig in sich hat. Ihr Geschmack: Feine Trüffelmasse und zartes Haselnussmarzipan sind überzogen mit reichlich guter Heinemann-Schokolade, gekrönt von gerösteten Haselnüssen. Das Schneider-Wibbel-Garn ist eine süße Erinnerung an eine typisch-Düsseldorfer Legende – die des schlitzohrigen Schneidermeisters Anton Wibbel.

Geschichten erzählen – Traditionen bewahren – Spezialitäten erfinden

Der Düsseldorfer Schneidermeister Anton Wibbel muss ein gewitzter Mann gewesen sein. Wenn man der Erzählung des Dramatikers Hans Müller-Schlösser Glauben schenken darf. Die Geschichte soll sich im 19. Jahrhundert tatsächlich so oder ähnlich zugetragen haben: Schneider Wibbel war betrunken in eine Messerstecherei verwickelt worden. Das Gericht verurteilte ihn darauf zu einer Gefängnisstrafe von mehreren Wochen. Wibbel griff zu einer List: Er konnte einen seiner Gesellen überzeugen, unter Anton Wibbels Namen die Strafe für ihn abzusitzen. Der Geselle starb jedoch im Gefängnis. Schneider Wibbel galt fortan als tot. Als der Schneidermeister gut versteckt seiner eigenen Beerdigung zuschaute, soll er ausgerufen haben: „Nä, watt bin ich für ’ne schöne Leich!“. Später soll er als sein Zwillingsbruder aufgetreten sein und seine eigene Frau nochmals geheiratet haben. So viel Raffinesse verdient wohl eine wirklich fanatsievolle Pralinenkreation.

Meisterhaft nach Strich und Faden: Schneider-Wibbel-Garn von Heinemann

Das dachte sich wohl auch Hermann Heinemann, Gründer der Konditorei Heinemann. Dieser hat die Schneider-Wibbel-Garn-Pralinen in den 1950er Jahren erfunden. Verführerisch lecker sind sie, da sie (wie absolut jede Heinemann-Praline) aus besten und frischesten Zutaten hergestellt werden. Konservierungsstoffe oder Aromen haben in der Heinemann-Manufaktur nichts zu suchen. Um den vollkommenen Geschmack auzukosten, sollten Schokolade und Pralinen stets frisch verzehrt werden. So ist es seit Generationen Tradition in der Konditorei Heinemann. So wird es immer bleiben. Bis heute ist das Rezept des Schneider-Wibbel-Garn unverändert – und leider geheim. Wer die Pralinen kostet, dem huscht jedoch ein Schmunzeln übers Gesicht. Denn sie schmecken genau so sagenhaft, wie es die Sage vom Schneider Wibbel ist.

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Märchenhaft lecker: nussig, cremig, knackig

Hier eine weitere Geschichte über eine Städte-Spezialität aus der Konditorei Heinemann: Gladbacher Knööp.

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