Schokoladige Invasion: die Maikäfer kommen!

Frisch aus der Heinemann-Manufaktur in Mönchengladbach schwärmt eine Population von süßen Käfern aus, die für die Natur absolut unschädlich ist – außer vielleicht für manche Taille. Dicke Schokoladen-Brummer, mit köstlichem Mandelmarzipan gefüllt, fliegen quer durchs Rheinland und bis nach München hinunter. Begleitet von kleinen Marienkäfern, die Glück verheißen, und von einer Armee kleiner, großer, ja sogar riesiger Maikäfer. In ihren Bäuchen verstecken die größeren Exemplare feine Pralinen – mal sind es Champagnetrüffel, mal ist es gemischte Confiserie. Ihren schokoladigen Körper haben kundige Hände in Folie verpackt und mit üppigen Schleifchen und Bändchen verziert. Doch wie werden die Kunstwerke eigentlich hergestellt? Schauen wir hinter die Kulissen.

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Paradiesisch: feine, dunkle Schokolade, mit der die Flügel ausgemalt werden

Käfer für Käfer ein Unikat von Heinemann

Günter Dahlmann, seit Jahrzehnten Konditormeister und Chefconfiseur in der Konditorei Heinemann, führt durch die Mönchengladbacher Manufaktur. Eine Mitarbeiterin sitzt vor einem Waschmaschinentrommel großen Schokoladengefäß, in dem dunkle Schokolade auf der richtigen Temperatur gehalten wird. Mit der geschmolzenen Bitterschokolade streicht sie die Flügel der Käferformen mit einem Pinsel aus. Geduldig gestaltet sie Flügel um Flügel, bis alle Formen fertig ausgemalt sind.
Währenddessen erwärmt ein Temperiergerät Milchschokolade auf ca. 50 Grad, so dass sie schmilzt. Später wird diese etwas heruntergekühlt, genau bis zum Kristallisationspunkt der Kakaobutter. „Wir wollen erreichen, dass sich Kakaobutter und Kakaomasse ideal verbinden. So erreichen wir einen schönen Bruch, einen schönen Glanz und den perfekten „Knack“ der Schokolade.“, so Günter Dahlmann.
Grammgenau wird dann die Milchschokolade in die Käferförmchen gefüllt. Ein Mitarbeiter verschließt die Formen mit ihrem Gegenstück und schwenkt sie in jede Richtung, damit sich die Schokolade gut verteilt. Bei allem Handwerk kommt dann doch noch eine Maschine zum Einsatz. In ihr werden die Maikäferformen eingespannt und sie beginnt zu rotieren. Nach ein paar Minuten sind die Maikäfer gleichmäßig mit Milchschokolade ausgeschwenkt und können aus der Form gelöst, gekühlt und später verpackt werden.

Die Körper der kleinen Brummer (Fliegen) dagegen sind aus feinstem Marzipan und mit Bitterschokolade überzogen. Ihre kleinen Flügel aus Milchschokolade stecken kundige Hände auf, zum Schluss werden auch die Augen aus weißer Zuckermasse augetupft. Nichts geht daneben, hier ist man versiert. Stück für Stück entsteht ein kleiner Zoo aus süßen Krabblern – jeder einzelne ein Unikat.

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Maikäfer: hat ordentlich was im Bauch und auf dem Kopf
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Niedlich und süß: kleine Brummer, mit Marzipan gefüllt

Kleine Brummer, große Krabbler – die Verpackung stimmt

Nachdem die Schokoladenkäfer abgekühlt sind, werden die größeren Exemplare von Hand mit Pralinen gefüllt. Schließlich kommen alle Käfer in die Verpackungsabteilung. Hier stehen Damen in grünen Kitteln und mit Handschuhen an einem hohen Arbeitstisch. Sie verpacken die kleinen Marienkäfer mit Glöckchen und Herzchen als Glücksbringer. Sie legen die Brummer vorsichtig in Transportkisten, denn diese werden einzeln verkauft. Sie umwickeln die gefüllten Maikäfer mit Folie und versehen sie mit Etiketten. Und es wäre nicht die Konditorei Heinemann, wenn jetzt nicht noch eine aufwändige Dekoration folgen würde: Die Damen knüpfen eine grüne Schleife, dazu noch eine weiße, ein üppiges Bouquet aus seidenen Maiglöckchen obendrauf, gehalten von einem goldenen Bändchen. Zuletzt das Heinemann-Siegel. Fertig ist ein kleines Kunstwerk, bei dem sich eine Geschenkverpackung wohl erübrigt.
Willkommen, schöner Mai!

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