Die häufigsten Fehler beim Backn – Mann schlägt ein Ei in eine Rührschüssel auf

Kriegen Sie’s gebacken? Wie man häufige Fehler beim Backen vermeidet

Haben Sie das auch schon erlebt? Sie haben Lust, einen Kuchen oder eine Torte zu backen. Haben nach einem tollen Rezept recherchiert (zum Beispiel auf kleineslaster) und dann umsichtig alle Zutaten eingekauft. Dann haben Sie Ihren Backofen vorgeheizt und sich voller Vorfreude ans (Back)Werk gemacht. Doch warum nur bekommt heute der Teig nicht die gewünschte Konsistenz? Warum ist die Schokoladenglasur so klumpig? Weshalb schmeckt der Kuchen nicht wie sonst? Die Konditoren der Konditorei Heinemann bekräftigen stets: Backen erfordert Zeit, Geduld und Genauigkeit. Ein flüchtiger Fehler, eine kleine Unaufmerksamkeit oder eine allzu legere Achtlosigkeit können Teig und Torte in Nullkommanichts ruinieren. Zum Glück gibt es ja kleineslaster, den Blog mit dem geballten Fachwissen aus der Konditorei Heinemann. Das Einzige, was Sie tun müssen, ist diesen Artikel mit wertvollen Profitipps aus der Backstube zu lesen. Dann kriegen Sie’s gebacken. Garantiert.

Eier, Mehl und eine Teigrolle. Selbstgebacken schmeckt es am besten! Mit richtig bemessenen Zutaten gelingt der Teig.
Selbstgebacken schmeckt es am besten! Mit richtig bemessenen Zutaten gelingt der Teig.
Backzutaten wie Eier, Butter, Mehl und Zimt auf einer Arbeitsfläche. Alles an (Back)Bord? Ein fehlendes Ei lieber beim netten Nachbarn leihen!
Alles an (Back)Bord? Ein fehlendes Ei lieber beim netten Nachbarn leihen!

Die kleineslaster-Gebote: So backen Sie wie ein Profi

Menschen, die anderen mit Selbstgebackenem eine Freude bereiten, sind für uns die kleinen Helden des Alltags. Denn für sich selbst, Familie und Freunde zu backen bedeutet Liebe und Hingabe. Backen erfordert aber eben auch Konzentration und Akribie – Nonchalance und Ungenauigkeit rächen sich leider schnell. Bevor wir die häufigsten Fehler beim Backen behandeln, möchten wir Ihnen aber Mut machen. Denn Backen kann wirklich jeder und gute Rezepte finden Sie hin Hülle und Fülle hier auf Ihrer Lieblingsseite. Sie müssen muss nur bereit sein, ein paar Regeln zu beachten, um Back-Sünden zu vermeiden. kleineslaster, das Magazin der Konditorei Heinemann, stimmt Sie daher mit vier Geboten auf Ihr nächstes Back-Abenteuer ein.


  1. Gebot: Nimm dir Zeit und Muße, denn in Hektik und Eile passieren Fehler.
  2. Gebot: Arbeite sensibel und aufmerksam, denn Teig und Torten sind empfindsame Diven.
  3. Gebot: Sei ein Erbsenzähler, denn Genauigkeit ist die wichtigste Zutat beim Backen.
  4. Gebot: Verzweifel nicht an einem Missgeschick, denn machmal gibt es Rettung in der Not.

Obacht: Diese häufigen Pannen beim Backen lassen sich vermeiden

Fehler Nr. 1: Falsche Zutaten verwenden

Backen ist nicht nur eine Kunst, es ist auch Chemie! Und chemische Prozesse können nur unter idealen Bedingungen und mit den richtigen Zutaten ablaufen. Stellen Sie also sicher, dass Sie wirklich alle Zutaten des Rezepts vorrätig haben. Und ebenfalls, dass diese auch richtig temperiert sind – dies ist wichtig für die Verarbeitung und die perfekte Konsistenz des Teigs. Zutaten in Zimmertemperatur werden empfohlen? Dann nehmen Sie diese nicht frisch aus dem Kühlschrank sondern lagern Sie sie bitte schon eine Weile auf der Arbeitsfläche. Nehmen Sie es immer genau und gönnen Sie sich stets etwas Zeit für die Vorbereitung Ihrer Zutaten.
Rettung in der Not: Fehlende Butter kann man durch Margarine, Sonnenblumen- oder Rapsöl austauschen (100 g Butter entsprechen dann 80 g Öl). Buttermilch lässt sich notfalls durch Joghurt ersetzen und Mehl durch gemahlene Nüsse.

Fehler Nr. 2: Zutatenreihenfolge oder -mengen verändern

Beim Kochen darf man kleine Fehler machen oder mit Zutaten improvisieren. Beim Backen sollte man dies unterlassen. Butter und Zucker zum Beispiel sollte man immer vorab schaumig rühren und dann erst das Mehl hinzugeben – nicht umgekehrt – denn der Teig würde sonst nicht geschmeidig werden. Steht im Rezept, dass man das Mehl sieben soll, ist man gut beraten, dies auch zu tun, denn auch solche vermeintlichen Kleinigkeiten haben Auswirkungen auf das Gesamtergebnis. Vier Eier stehen im Rezept und Sie haben nur drei? Leihen Sie sich eins von Ihrem netten Nachbarn! Die im Rezept angegebenen Mengen sollte man genau einhalten und zum Abmessen von Butter, Mehl oder Milch nicht ‚Pi mal Daumen‘ sondern eine Küchenwaage verwenden. Der Profi misst jede Zutat einzeln ab und füllt alle Ingredienzien separat in Schüsseln, so behält man den Überblick und alles ist schnell zur Hand. Wenn der Kuchen nicht so süß werden soll, gibt es eine Ausnahme: Zucker ist die einzige Zutat, bei der man die Menge unbedenklich variieren kann

Fehler Nr. 3: Abgelaufene Backtriebmittel verwenden

Backtriebmittel wie frische Hefe, Trockenhefe oder Backpulver verleihen Ihrer Torte eine schöne Fluffigkeit. Damit frische Hefe ihren Job machen kann, sollte sie wirklich frisch sein, denn bei Hefe handelt es sich um lebende Organismen. Verdorbene Frischhefewürfel erkennen Sie übrigens an trockenen Stellen und braunen Flecken, im schlimmsten Fall schimmeln sie. Diese Würfel auf keinen Fall verwenden! Auch abgelaufene Trockenhefe oder Backpulver sollten Sie nicht mehr verarbeiten, wenn Sie nachher keine Enttäuschung erleben wollen. Frische ist oberstes Gebot – bei den Backtriebmitteln und auch sonst.
Rettung in der Not: Ein Ersatz für fehlende Hefe ist Backpulver. Ein Päckchen Backpulver ersetzt ein Päckchen Trockenhefe bzw. einen halben Würfel Frischhefe und reicht für 500 g Mehl.
Sie haben noch abgelaufene Trockenhefe? Diese können Sie wunderbar als natürlichen Dünger für Ihre Pflanzen verwenden! Einfach ein Päckchen Trockenhefe mit 10 Litern Gießwasser mischen und Sie erleben schon bald Ihr grünes Wunder.

Fehler Nr. 4: Falsch rühren oder mixen

Viele unterschätzen den Arbeitsschritt des Verrührens, mit dem wir viele einzelne Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verbinden. Denn auch die Intensität und Dauer beim Rühren, Kneten oder Mixen geben den Ausschlag, ob Ihr Kuchen gelingt. Muffinteig zum Beispiel will nur kurz verrührt werden. Andere Teige brauchen länger, damit sich alle Zutaten schön vermengen. Auch das Rührtempo kann entscheidend sein. So zum Beispiel beim Mürbeteig: Rührt man Eier zu schnell in den Teig, beginnt der Teig auszuflocken – weiteres Mixen verstärkt das Problem noch. Herausforderung bei der Sahnezubereitung: Zu lang geschlagen kann sie schnell zu Butter werden. Auch Eischnee ist heikel: Passt man nicht auf und mixt ihn zu lange, trennt er sich in einen festen und einen flüssigen Teil. Hier gilt es, aufmerksam zu sein, die Konsistenz im Blick zu halten und die Rezeptanweisungen zu befolge

Fehler Nr. 5: Backofen nicht richtig vorheizen

Auch beim Vorheizen des Ofens spielt Zeit und Präzision eine Rolle. Denn wer den Backofen nicht wie im Rezept angegeben in Ruhe vorwärmt, riskiert, dass der Kuchen nicht durchgebacken wird. Da nur wenige Backöfen die eingestellte Temperatur auch exakt liefern, investiert man besser in ein Backofenthermometer. Es ist ein Garant für die richtige Backtemperatur. Außerdem sollte man den Temperaturunterschied zwischen Umluft und Ober- und Unterhitze kennen. Faustregel: Bei Umluft immer 20 Grad weniger als bei Ober- und Unterhitze einstellen.

Fehler Nr. 6: Falsche Backform verwenden

Erfahrene Konditoren verwenden immer die im Rezept angegebene Form und Größe der Backform. Die gängigsten runden Backformen haben einen Durchmesser von 26 cm und oft gehen Rezepte von dieser Standardgröße aus. Füllt man den Teig jedoch in eine kleinere Form, wird der Kuchen höher und braucht mehr Backzeit. In diesem Fall muss man den Backvorgang strenger im Auge behalten. Machen Sie in jedem Fall den Stäbchentest: Pieksen Sie mit einem dünnen Holzstäbchen (Schaschlikspieß) in zwei oder drei Stellen Ihres Kuchens. Bleibt kein Teig daran hängen, ist der Kuchen durchgebacken.

Fehler Nr. 7: Ofentür zu früh öffnen

Es duftet schon toll und Sie können es kaum erwarten, Ihr Backwerk zu begutachten? Beherrschen Sie sich lieber und öffnen Sie die Ofentür auf keinen Fall in der ersten Hälfte der Backzeit. Kuchenteige reagieren nämlich recht sensibel auf Temperaturunterschiede. Es ist sinnvoll, sich zu gedulden, bis die angegebene Backzeit vorbei ist. Denn öffnet man die Ofentür zu früh, kann der Kuchen durch den Temperaturschock in sich zusammenfallen – und das wollen Sie doch bestimmt nicht? Besonders leicht passiert dies, wenn es sich um Käsekuchen handelt, der ist nämlich eine Diva!
Rettung in der Not: Ist die Oberfläche Ihres Kuchens bereits knusprig und braun, das Innere aber noch nicht richtig durch (laut Stäbchentest/s. Fehler Nr. 6), kann man den Kuchen mit Alufolie oder Backpapier abdecken und weiter backen.

Fehler Nr. 8: Dem Kuchen keine Ruhe gönnen

Nach Ablauf der Backzeit fühlt sich z. B. Käsekuchen noch 10 Minuten lang im abgeschalteten und geöffneten Ofen wohl, so kann er langsam auskühlen. Mit dieser Methode vermeidet man, dass der Kuchen reißt. Andere Kuchen sollte man gleich aus dem Ofen holen und sie dann bei Zimmertemperatur langsam abkühlen lassen. Keine Gute Idee ist es, den Kuchen noch warm aus seiner Form zu lösen oder gar anzuschneiden. Dies sollte erst geschehen, wenn er durchgekühlt ist, denn erst dann hat er seine gewünschte Konsistenz.

Fehler Nr. 9: Schokoglasur stumpf oder klumpig rühren

Kuvertüre im Wasserbad schmelzen gelingt, wenn man diese Regeln beherrscht: Hacken Sie Kuvertüre in kleine Stücke und geben Sie die Hälfte davon in eine Metallschüssel, die möglichst bündig über einem Wasserbad steht. Die Bündigkeit verhindert, dass Wassertröpfchen beim Rühren in die Kuvertüre spritzen, dies würde sie sofort klumpig machen. Erhitzen Sie das Wasser auf maximal 50 Grad, denn nur wenn man Kuvertüre langsam und vorsichtig erwärmt, behält sie ihren Glanz. Ideal wäre es, wenn nur der aufsteigende Wasserdampf die Kuvertüre erwärmt. Rühren Sie die Schokoladenglasur langsam und stetig mit einem Holzlöffel, bis sich die Stückchen aufgelöst haben, rühren Sie dann die zweite Hälfte hinein.
Rettung in der Not: Klumpig geratene Kuvertüre kann man mit etwas Sonnenblumeöl oder Kokosfett wieder geschmeidig machen

Fehler Nr. 10: Selbstgebackenes nicht würdigen

Vielleicht der schlimmste aller Fehler: Sollten Sie das Privileg genießen, dass Ihnen jemand etwas Selbstgebackenes anbietet oder schenkt, sei es ein Kuchen, eine Torte oder etwas Gebäck, würdigen Sie es! Loben und ehren Sie Ihren backenden Mitmenschen! Das kostet Sie nichts, aber es belohnt und motiviert denjenigen, der sich über Stunden in die Küche gestellt hat. Denn Mühe und Zeit, Hingabe und Liebe ist mit keinem Geld der Welt zu kaufen.

kleineslaster und die Konditorei Heinemann wünschen viel Erfolg beim Backen und Genießen!

Hinterlassen Sie hier Ihre E-Mail-Adresse, um automatisch über neue Beiträge informiert zu werden.

Alle Fotos: Adobe Stock

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von kleineslaster

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen