DRK-Düsseldorf & Konditorei Heinemann: im Einsatz für Menschlichkeit

Stellen Sie sich einfach einmal vor, in Düsseldorf gäbe es keine Veranstaltungen mehr. Keine Kirmes, keinen Karneval, keine Fußballspiele, keine Konzerte – das gesellschaftliche Leben würde verkümmern. Glücklicherweise gibt es das Deutsche Rote Kreuz Düsseldorf. Ohne dessen Sanitäts-Team wären Groß-Events nicht denkbar. Doch auch Familien, Geflüchtete oder Senioren – die vulnerablen Gruppen unserer Gesellschaft – finden beim DRK-Düsseldorf Unterstützung, Schutz und ein Zuhause. Zwei echte Powerfrauen sorgen dafür, dass dringend benötigte Gelder akquiriert werden, damit das DRK-Düsseldorf seine Arbeit tun und anderen helfen kann: Bettina Schmelzer und Nicole Kiggen-Jäger sind beim Deutschen Roten Kreuz Düsseldorf für Fundraising und Mitgliederbetreuung zuständig. Unterstützung erfahren sie unter anderem von Unternehmen der Region. Vorne mit dabei: Heinz-Richard Heinemann, als einer der ersten Botschafter des DRK-Düsseldorf und die Konditorei Heinemann mit ihrem Projekt Heinemann hilft.

Lesezeit: 15 min.

PR-Frau mit Hang zum sozialen Engagement: Bettina Schmelzer
PR-Frau mit Hang zum sozialen Engagement: Bettina Schmelzer
Klinkenputzen für die gute Sache: Fundraiserin Nicole Kiggen-Jäger
Klinkenputzen für die gute Sache: Fundraiserin Nicole Kiggen-Jäger

Frau Schmelzer, Frau Kiggen-Jäger, welche Tätigkeit üben Sie beim DRK-Düsseldorf aus?
Kiggen-Jäger: Unsere Aufgaben hier beim DRK-Düsseldorf liegen im Bereich Mitgliederservice und Fundraising. Beim Mitgliederservice werben wir neue Fördermitglieder an und betreuen diese bei allen Fragen und in allen Belangen. Beim Fundraising ist es unsere Aufgabe, Gelder einzuwerben, um Projekte realisieren zu können, die sonst nicht möglich wären. Wir akquirieren Geld- und Sachspenden, stellen aber auch Förderanträge an Stiftungen und Institutionen, Bezirksregierungen oder Ministerien.
Schmelzer: Viele denken, das Deutsche Rote Kreuz finanziert alles aus eigenen Mitteln, dies ist leider nicht der Fall. Wir arbeiten im sozialen Sektor, da ist Geld immer knapp. Daher kooperieren wir auch mit verschiedenen Unternehmen, die einzelne Projekte unterstützen. Förderer wie die Konditorei Heinemann sind uns sehr willkommen, denn ohne dieses Engagement aus der Unternehmerschaft würden wir unsere Arbeit nicht machen können.

Nennen Sie vielleicht mal eines Ihrer zahlreichen Projekte?
Kiggen-Jäger: Wir kämpfen oftmals mit Themen, die man eigentlich für selbstverständlich hielte, beispielsweise mit dem Problem des Hitzeschutzes in Senioreneinrichtungen und Kitas. Der Träger muss für diese Investitionen alleine aufkommen – ohne Unterstützung von Kommune oder Land. Dies stellt uns jedoch vor enorme Herausforderungen Denn wenn wir, wie im letzten Sommer, Temperaturen von bis zu 39 Grad haben, ist hier dringender Handlungsbedarf. Dies ist nur eines von vielen Projekten, für die wir Gelder sammeln.

Was hat Sie als PR-Profis motiviert, für das DRK-Düsseldorf zu arbeiten?
Schmelzer: Mit dem DRK-Düsseldorf verbindet mich eine lange Geschichte, denn vor ca. 25 Jahren hatte ich bereits begonnen, ehrenamtlich im Vorstand zu arbeiten. Die PR-Agentur, in der Frau Kiggen-Jäger und ich zusammengearbeitet hatten, hatte das DRK als Kunden gewonnen. Wir organisierten die Veranstaltungen zur 100-Jahr-Feier sowie kleine und große Charity-Events. Seit einigen Jahren sind wir als DRK-internes Team ausschließlich für das Fundraising für Düsseldorf zuständig. Mit meiner Arbeit etwas Sinnvolles zu tun, ist für mich besonders wichtig. Wenn ich am Ende des Tages sagen kann, ja das hat sich jetzt wieder gelohnt: Wir haben irgendwo 500 Euro eingeworben, neue Fördermitglieder gewonnen oder für die Tüten zur Weihnachtsfeier im Ambulant Betreuten Wohnen schöne Dinge gesammelt. Und dass wir dies gemeinsam im Team tun können, ist auch gut, denn gemeinsam sind wir stark.
Kiggen-Jäger: Ich mag den sozialen Aspekt unserer Arbeit und auch die Vielfalt der Themen. Als Deutsches Rotes Kreuz Düsseldorf sind wir in so vielen Bereichen aktiv: Im Ernstfall kommt der Rettungsdienst. Im Alter kann man beim DRK-Düsseldorf einen Platz in einem Seniorenzentrum finden. Für die Familien sind wir da und helfen bei der Integration von Geflüchteten. Wir sorgen dafür, dass das gesellschaftliche Leben funktioniert. Unsere Arbeit beim DRK-Düsseldorf gibt mir das Gefühl, Gutes zu bewirken. Das ist ein großer Unterschied zu anderen Jobs. Und wir machen diese Arbeit, dieses ‚Klinkenputzen‘, ja nicht für uns, sondern für andere. Am Ende werden dadurch wichtige Projekte möglich. Das motiviert mich sehr.  

Schätzt die kleinen Momente: Bettina Schmelzer
Schätzt die kleinen Momente: Bettina Schmelzer

Was tun Sie, um in der Öffentlichkeit noch mehr wahrgenommen zu werden?
Schmelzer: Um eine noch breitere Öffentlichkeit anzusprechen, haben wir zuletzt im Oktober 2024 das Konzert für  Menschlichkeit in der Tonhalle Düsseldorf organisiert. Mit Rolando Villazón und Daniel Hope oder Abrecht Meyer waren namhafte Stars der klassischen Musik dabei. Wir verkauften Konzertkarten und akquirierten Sponsorengelder sowie Sachspenden. Das wunderbare Kiewer Symphonieorchester spielte und machte die Veranstaltung zu einem riesigen Erfolg. Es war ein großartiger Abend. Die Hälfte des Gewinns konnten wir über das Rote Kreuz in Berlin nach Kiew weitergeben. Die andere Hälfte haben wir für unsere Flüchtlingsarbeit hier vor Ort eingesetzt.
Im Jahr 2015 hatten wir einen ähnlichen Erfolg mit einem großen Tennisturnier im Rochus-Club. Berühmte Tennis-Cracks wie Henri Leconte, Ivan Lendl und Michael Stich spielten damals gegen prominente Amateure. Dieses Tennisturnier war damals nur möglich Dank der großartigen Unterstützung unseres DRK-Botschafters Horst Klosterkemper. Man kennt ihn als einen der Begründer der ATP-Turniere, dem World Team Cup. Er kannte all die Tennis-Legenden und fungierte für uns als Türöffner. Vieles geht besser mit den richtigen Beziehungen – und mit Prominenz.
Kiggen-Jäger: Ein weiteres Beispiel ist unser Projekt Herzwerk, eine Initiative gegen Altersarmut, das wir bereits vor 15 Jahren gemeinsam mit Jenny Jürgens ins Leben gerufen haben. Im letzten Jahr unterstützten wir rund 700 Menschen, die Hilfe gesucht haben. Dieses Jahr sind es weit über 800, Tendenz steigend. Und das sind nur die Menschen, die sich auch wirklich trauen, uns um Hilfe zu bitten, denn viele Senioren schämen sich aufgrund ihrer Armut. Eine prominente Frau wie Jenny Jürgens als Frontfrau für dieses Projekt zu haben, ist viel wert, sie schafft die dringend benötigte Öffentlichkeit.

Mehr Menschlichkeit täte gut: Bettina Schmelzer
Mehr Menschlichkeit täte gut: Bettina Schmelzer

DRK-Düsseldorf: Menschlichkeit und Nächstenliebe

Was bedeutet es für unsere Gesellschaft, wenn sich, wie beim Deutschen Roten Kreuz Düsseldorf, Menschen für andere einsetzen?
Schmelzer: Ohne das Ehrenamt, wie das beim DRK-Düsseldorf, würde das gesellschaftliche Leben nicht funktionieren. Es würde keinen Karneval, kein Fußballspiel, kein Konzert und keine Kirmes geben! Diese Veranstaltungen funktionieren nur mit unseren Sanitätskräften. Und wenn wir an unsere Senioren denken: Betreuungskräfte und Betreuungsplätze im Stadtgebiet sind knapp. Das DRK betreibt allein  sieben Senioreneinrichtungen in Düsseldorf, dazu 15 Kindertagesstätten. Pflegekräfte und Sozialer Dienst leisten Unglaubliches. Oder Sie haben einen Unfall? Ohne den Rettungsdienst, den wir zusammen mit anderen Organisationen im Auftrag der Stadt durchführen,  geht es nicht. Wenn man sich all unsere Angebote wegdenkt, hätte Düsseldorf wohl ein paar Defizite und die Gesellschaft hätte wirklich ein Problem.
Aber das Thema ist größer, denn beim DRK-Düsseldorf geht es um Menschlichkeit und Nächstenliebe. Und menschlich zu sein und zu handeln, das geht schon im Kleinen los. Es heißt, auch mal dem Nachbarn zu helfen. Einfach zu schauen, wie geht’s dir heute? Ist alles in Ordnung? Kann ich etwas für dich tun? So würden wir es uns wünschen, dass jeder, der es kann, im Alltag ein Stückchen beiträgt.
Kiggen-Jäger: Die Empathie und der freiwillige Einsatz für andere sind unserer Gesellschaft leider ein Stück weit verloren gegangen – dagegen kann man mit seinem Engagement beim Deutschen Roten Kreuz etwas tun. Denn im DRK-Düsseldorf finden viele Menschen zusammen und zueinander, zum Beispiel bei unseren Rettungs- und Sanitätsdiensten – auch im Ehrenamt.  

Lockmittel: Spender für das DRK Düsseldorf gesucht!
Lockmittel: Spender und Ehremamtliche für das DRK Düsseldorf gesucht!

Ehrenamt beim DRK-Düsseldorf: Wer anderen hilft, bekommt etwas zurück

Könnten Sie die Menschen, die ehrenamtlich bei Ihnen arbeiten, ein bisschen beschreiben?
Kiggen-Jäger: Unter unseren Ehrenamtlichen entsteht oft eine enge Gemeinschaft – fast wie eine zweite Familie. Und das ist, glaube ich, für viele Menschen in der heutigen Zeit sehr wichtig. Ich glaube, dass man sich mit einem ehrenamtlichen Engagement auch selbst etwas Gutes tut. Denn wenn man anderen hilft, bekommt man immer etwas zurück.
Schmelzer: Ich glaube, es täte generell gut, wenn in unserer Gesellschaft ein bisschen mehr Nächstenliebe, Fürsorge, Miteinander herrschte und nicht immer das Gegenteil dessen. Der Egoismus hat leider in vielerlei Hinsicht Konjunktur, erst recht durch Corona.

Hat sich also in Ihren Augen unser menschliches Miteinander in den letzten Jahren verändert?
Schmelzer: Ja. Viele Menschen haben sich schon ein Stück weit zurückgezogen und konzentrieren sich auf sich. Und gerade die Älteren sind noch immer ängstlich und vorsichtig. Über die lange Corona-Phase ist auch im Hinblick auf das ehrenamtliche Engagement viel auf der Strecke geblieben. Jetzt geht die Entwicklung aber langsam wieder bergauf.

Warum sollte man gerade beim DRK-Düsseldorf ein Ehrenamt bekleiden und nicht woanders?
Kiggen-Jäger: Der Kreisverband hier in Düsseldorf ist sehr groß und vielfältig und wir haben eigentlich für sämtliche Interessenslagen ein Betätigungsfeld – vom Rettungsdienst zur Flüchtlingsarbeit. Man kann sich in den Senioreneinrichtungen oder im Demenznetz engagieren, oder für Kinder und Familien. In unseren Ehrenamtlichen-Teams kennt man sich persönlich und pflegt einen familiären Umgang miteinander. Dazu kommt, dass wir überkonfessionell und unparteilich sind und arbeiten. Wir sind offen für jeden. Dazu ist das Deutsche Rote Kreuz weltweit bekannt und vernetzt.  

Gutes fördern: schon ab 25 € jährlich

Was, wenn jemand keine Zeit für ein Ehrenamt hat, dafür aber etwas Geld erübrigen kann? 
Kiggen-Jäger: In diesem Falle bietet sich eine Spende oder eine Fördermitgliedschaft im DRK-Düsseldorf an. Diese ist ab einem Betrag von 25 Euro im Jahr möglich und wir freuen uns über jedes einzelne neue Mitglied. Denn die Zahl unserer Mitglieder ist relevant, um auch auf Bundesebene eine politische Stimme zu haben. An dieser Stelle also unsere Bitte: Werden Sie Mitglied!

Wenn ich spende, wo genau fließt mein Geld dann hin?
Schmelzer: Wer eine Spende entrichten möchte, darf bei uns sicher sein, dass das Geld auch sinnvoll investiert wird. Und wenn wir für konkrete Projekte Gelder sammeln, kommen diese auch wirklich dort an. Im Moment planen wir für unsere Klienten und Klientinnen im Ambulant Betreuten Wohnen einen schönen Adventsnachmittag. Jeder soll hinterher eine Weihnachtstüte bekommen, mit alltagstauglichen Geschenken. Dafür haben wir knapp 1.200 Euro Spendengelder gesammelt, die für 60 Tüten reichen müssen. Jetzt rufen wir also überall an, bei einem befreundeten Obsthof können wir vielleicht ein paar Äpfel bekommen und ein Kerzenmacher in Kempen hat uns Duftkerzen zugesagt.

Wie lernt man es, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen? Hilft weiblicher Charme?
Schmelzer: Naja, nach unserem ersten DRK-Charity-Abend hatte uns Dorothee Achenbach, damals Redakteurin der Rheinischen Post, als die „Charme-Offensive“ des DRK-Düsseldorf betitelt (lacht). Charme und Freundlichkeit helfen immer. Auch unsere Haltung, dass wir immer auch ein Nein akzeptieren,  wenn uns jemand einmal nicht unterstützen kann. Wir bleiben zwar dran, bleiben aber immer freundlich und höflich. Denn vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal. Viele unserer Mitglieder und Sponsoren sind uns treu und unterstützen das DRK-Düsseldorf schon sehr lange und großzügig. Dafür sind wir dankbar.

Kiggen-Jäger & Schmelzer: Charme-Offensive für das DRK Düsseldorf
Kiggen-Jäger & Schmelzer: Charme-Offensive für das DRK Düsseldorf

Gut für Düsseldorf: spenden für das Wohl der Stadt

Wie sieht es mit der Spendenbereitschaft der Düsseldorfer und Düsseldorferinnen aus?
Schmelzer: Die Krisen, die uns zurzeit umgeben, sind immens, und der Bedarf an finanzieller Unterstützung ist überall riesig. Denken wir an die Flutkatastrophe an der Ahr oder an die Geflüchteten aus der Ukraine. Man weiß ja bald gar nicht mehr, wohin man noch spenden soll. Unser Argument: Das an das DRK-Düsseldorf gespendete Geld bleibt in Düsseldorf, wird hier vor Ort eingesetzt. Das hilft vielen, sich für uns zu entscheiden.

Wie unterstützt das DRK-Düsseldorf die vulnerablen Gruppen, Kinder, Geflüchtete oder Senioren?
Schmelzer: Wir sagen immer, von der Wiege bis zur Bahre sind wir für die Menschen da. Für Senioren betreiben wir die Zentren plus und für Familien spezielle Familientreffs, mit Angeboten wie Gymnastik oder Kindersingen. Dann gibt es unsere Schrei-Baby-Ambulanz, wo Eltern ihre Babys anschauen und sich beraten lassen können. Dann machen wir Flüchtlingsarbeit, wir sammeln momentan auch wieder Weihnachtsgeschenke für geflüchtete Kinder. Mit den Geflüchteten arbeiten auch viele Menschen, die selbst einmal geflüchtet sind, die also deren Probleme kennen und deren Sprache sprechen. Wir sind auch mit Einrichtungen vernetzt, die bei der Job- oder Wohnungssuche Geflüchteter helfen.
Kiggen-Jäger: Eine besondere Initiative im Demenznetz ist unser Hundebesuchsdienst. Ehrenamtliche besuchen mit ihren Hunden demente Menschen – wobei Hundehalter und Hund vorher natürlich geschult und trainiert wurden. Wir sind immer auf der Suche nach neuen Ehrenamtlichen in diesem Bereich, denn Tiere sind super Therapeuten.

Das DRK-Düsseldorf sorgt für Sicherheit – in Düsseldorf und darüber hinaus

Wie bereitet sich das DRK-Düsseldorf auf Naturkatastrophen und andere Krisen vor?
Kiggen-Jäger: Das DRK-Düsseldorf hat eine große Liegenschaft, in der sämtliches Equipment für den Katastrophenschutz vorgehalten wird – und zwar stets auf dem neuesten Stand. Für den Ernstfall sind dort Zelte, medizinisches Equipment, Material für Betreuungseinsätze und auch  ein Notvorrat an Lebensmitteln eingelagert. Und wir haben Pläne für diverse Katastrophen-Szenarien. Das DRK-Düsseldorf sorgt für Sicherheit – in Düsseldorf und darüber hinaus.
Schmelzer: Als die Katastrophe am Ahrtal war, war unsere Wasserwacht ausgerückt. Die Kollegen sind mehrere Tage rund um die Uhr im Katastrophengebiet gewesen. Um in Zukunft für solche kritischen Lagen noch besser ausgerüstet zu sein, haben wir kürzlich ein Verpflegungsfahrzeug angeschafft, einen LKW-Unterbau, auf den man verschiedene Aufbauten machen kann, auch eine wichtige und teure Anschaffung. Ehrenamtliche sind übrigens aus dem Katastrophenschutz und der Wasserwacht auch nicht wegzudenken.

DRK Düsseldorf: Für den Ernstfall ist vorgesorgt
DRK Düsseldorf: Für den Ernstfall ist vorgesorgt

Wie geht das DRK mit psychisch belastenden Einsätzen um, und wie unterstützt es seine Mitarbeitenden in solchen Fällen?
Schmelzer: Unsere Rettungskräfte erleben viel Belastendes und sie werden hier nach Kräften aufgefangen. Unser RELIEVE-Team aus Mitarbeitenden der Wachgruppen und Auszubildenden bietet nach belastenden Situationen psychische erste Hilfe und ermöglicht, dass die Kollegen schlimme Erlebnisse verarbeiten können. Eine psychisch belastende Situation bewältigt man besser mit Unterstützung von Profis.

Können Sie sich an besondere Erlebnisse erinnern, in Ihrer Zeit hier beim DRK-Düsseldorf, die Sie geprägt haben?
Schmelzer: Für mich sind es meistens die kleinen Momente. Wenn eine Person dankbar ist, dass ihr jemand zuhört. Oder man macht etwas in den eigenen Augen Selbstverständliches, zum Beispiel einen Dankesbrief zum runden Jubiläum eines Unterstützers rauszuschicken – und eine Woche später kommt eine Dankeskarte zurück.
Kiggen-Jäger: Für mich sind es die Momente, wo man direkt an den Menschen dran ist. Letztes Jahr hatten wir Autos voller Tröste-Teddys, die für geflüchtete Kinder bestimmt waren. Allein, diese günstig einzukaufen, hat schon Spaß gemacht. Und bei der nächsten Weihnachtsfeier für das Ambulant Betreute Wohnen werden wir beide selbstgebackene Waffeln anbieten.

Was sind die wichtigsten Werte des DRK-Düsseldorf?
Kiggen-Jäger: Das Deutsche Rote Kreuz, als Teil der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung, hat sieben Grundsätze, diese lauten: Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität. Diese Werte leben wir jeden Tag, in Düsseldorf und international.

Kiggen-Jäger: Freude und Genuss durch zwischenmenschliche Begnungen
Kiggen-Jäger: Freude und Genuss durch zwischenmenschliche Begnungen

Botschafter des DRK-Düsseldorf: Heinz-Richard Heinemann

Wie entstand der Kontakt zur Konditorei Heinemann, bzw. zu Heinz-Richard Heinemann?
Schmelzer: Wir waren auf der Suche nach prominenten Botschaftern für das DRK-Düsseldorf, nach Persönlichkeiten, die unser Anliegen in die Öffentlichkeit tragen würden. Es gab freundschaftliche Verbindungen zu Dorothee Achenbach und zu Jenny Jürgens, und beide Damen stellten sich gerne als Botschafterinnen zur Verfügung. Dorothee Achenbach ist wiederum gut befreundet mit Heinz-Richard Heinemann und fragte ihn, ob auch er das DRK-Düsseldorf unterstützen würde. Herr Heinemann fand die Idee großartig und war sofort dabei. Dann fand das erste Abendessen mit ihm, dem DRK-Vorstand und der Geschäftsführung statt, da haben wir Heinz-Richard Heinemann und seinen besonderen Humor kennengelernt. Es passte sofort. Herr Heinemann war also einer der ersten Botschafter und Unterstützer des DRK Düsseldorf und er ist nach wie vor sehr hilfsbereit. Für seine Treue und sein Engagement sind wir dankbar.

Unterstützt das DRK Düsseldorf und das Konzert für Menschlichkeit: DRK-Botschafter Heinz-Richard Heinemann (l.)
Unterstützt das DRK Düsseldorf und das Konzert für Menschlichkeit: DRK-Botschafter Heinz-Richard Heinemann (l.)
Konzert für Menschlichkeit: mit Spezialitäten aus der Konditorei Heinemann
Konzert für Menschlichkeit: mit Spezialitäten aus der Konditorei Heinemann
Zwei, die sich für ihre Stadt engagieren: Konditorei Heinemann und DRK Düsseldorf
Zwei, die sich für ihre Stadt engagieren: Konditorei Heinemann und DRK Düsseldorf

Wie können wir uns die Zusammenarbeit von Heinz-Richard Heinemann und dem DRK-Düsseldorf vorstellen?
Schmelzer: Zum Beispiel hat Heinz-Richard Heinemann in unserer Familienbildungseinrichtung schon Süßigkeiten an die Kinder verteilt. Und weil er ja selbst das Thema Ausbildung als sehr wichtig ansieht, legt er seinen Fokus auf Bildung. Er ist ein unglaubliches Vorbild an Können und an Disziplin.

Wenn Sie in der Konditorei Heinemann zu Gast sind, was genießen Sie dann?
Kiggen-Jäger: Ich bin durch Unverträglichkeiten leider etwas eingeschränkt, deswegen bestelle ich immer die leckere Trinkschokolade, auf jeden Fall mit Sahne. Mit nach Hause nehme ich immer die frischen schokolierten Orangenschnitze. Und natürlich diemit Schokolade überzogenen Ingwerstäbchen – die sind immer für mich ganz alleine. 
Schmelzer: Am liebsten esse ich den Baumkuchen mit dunkler Schokolade. Aber auch die Orangenstäbchen sind etwas Besonderes, denn sie sind nicht immer vorrätig.

Genussmomente: Musik, Gemeinschaft und der Gang mit dem Hund

Erleben Sie in Ihrem Berufsalltag auch Momente des Genusses?
Schmelzer: Zuletzt auf unserem Konzert für Menschlichkeit. Ich gehe sonst eher zu Coldplay oder zu Simply Red ins Konzert, bei Klassik bin ich nicht sehr sattelfest. Wir waren am Konzertabend nach den monatelangen Vorbereitungen schon recht abgekämpft. Aber dann setzte die Musik ein und als Daniel Hope auf seiner Violine spielte, war ich sehr bewegt und gerührt, so schön war die Musik. Dafür hatte sich alle Mühe gelohnt. Alle Gäste fühlten sich wohl, wir hatten viele Menschen zusammengebracht – alle hatten den Abend sehr genossen und sind mit dem Gefühl nach Hause gefahren, auch etwas Gutes getan zu haben.
Kiggen-Jäger: Im Arbeitsalltag sorgen aber auch die vielen schönen zwischenmenschlichen Begegnungen für Freude und Genuss. Eine Dame hier im Haus, weit über 90, war in ihrem Leben neun Marathons gelaufen. Sie erzählte mir kürzlich so nett und lebendig aus ihrem Leben. Das war ein genussvoller Moment. Oder wenn bei Gospel-Konzerten, die wir organisiert haben, unsere Klienten aus den Seniorenzentren aufstehen, mittanzen und singen. Es ist purer Genuss, in glückliche Augen zu blicken.

Und welches sind für Sie privat Genussmomente?
Schmelzer: Jeden Morgen, egal bei welchem Wetter, mit meiner alten Golden-Retriever-Hündin Emma am Rhein entlang zu laufen, diese Momente liebe ich. Aber auch unsere Familienurlaube oder Sonntagabende, wo wir alle zusammensitzen und uns austauschen über alles, was uns bewegt. Unsere Kinder sind bereits aus dem Haus, aber die kommen immer gerne heim, das genießen mein Mann und ich sehr.
Kiggen-Jäger: Durch seine berufliche Situation ist mein Mann selten zuhause. Wenn wir dann als ganze Familie Zeit miteinander verbringen, ist es immer etwas Besonderes. Für mich sind dies echte Genussmomente.

Vielen Dank für das Gespräch.

Spendenbereitschaft: Kann man diesem Lächeln widerstehen?
Spendenbereitschaft: Kann man diesem Lächeln widerstehen?

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Spendenkonto DRK-Düsseldorf
Stadtsparkasse Düsseldorf
IBAN: DE42 3005 0110 1004 7928 73
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Fotos: Martin Blum

Fotos Konzert für Menschlichkeit: DRK-Düsseldorf 

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