
„Ich bereue nichts!“, sagt Romy Kerkmann, 22 Jahre jung und Konditorin in Ausbildung bei der Konditorei Heinemann. Ihr Herz schlägt für die Backkunst, aber auch sonst ist kreatives Arbeiten ihr Ding – sie begeistert sich für märchenhafte Schaufensterdekorationen genauso wie für selbstgeschneiderte Mode. Nach Fachabitur und einer abgeschlossenen Schneiderlehre, einigen Semestern Designingenieur-Studium sowie einer angefangen Konditorenausbildung an anderer Stelle fand sie zur Konditorei Heinemann. Ihr Fazit im zweiten Lehrjahr: „Hier gehöre ich hin.“ Warum dies so ist, klären wir im kleineslaster-Interview.



Sie werden in der Konditorei Heinemann zur Konditorin ausgebildet. Erinnern Sie sich an den Moment, als Ihnen klar wurde, dass Sie Konditorin werden wollten?
Ich habe immer schon gerne für Familie und Freunde gebacken. Das Schönste daran ist, dass dann alle zusammen kommen und glücklich sind, weil sich jeder über etwas Selbstgebackenes freut. Schon als Schülerin hatte ich ein Berufspraktikum in einer Konditorei absolviert, anschließend dort einige Jahre im Verkauf gejobbt und somit erste Erfahrungen gesammelt. In der Zeit der Pandemie war ich dann viel alleine und habe Rezepte ausprobiert. Auch meine Oma hat immer viel gebacken und habe ihr gerne dabei geholfen und sie nach Rezepten gefragt. Backen ist eine sinnliche Angelegenheit. Bei der Oma naschen zu dürfen und die Düfte, die durch den Raum ziehen, zu schnuppern, das hat mich schon früh begeistert. So entstand mein Wunsch, professionelle Konditorin zu werden und eine Konditorlehre zu beginnen.
„Ich gehe morgens glücklich hier rein und abends glücklich wieder raus.“
Romy Kerkmann
Wie kam es dazu, dass Sie Ihre Ausbildung hier bei der Konditorei Heinemann machten?
Zuvor hatte ich schon woanders eine Lehre begonnen, hatte aber schnell gemerkt, dass es leider nicht so gut passte. Meine Klassenkameraden, die bei der Konditorei Heinemann lernten, waren dort sehr glücklich und haben mir diese Ausbildungsstätte empfohlen. Natürlich war mir Heinemann ein Begriff. Ich kann mich nämlich sehr für schöne Dekorationen begeistern, und die Heinemann-Schaufenster hatten mich immer schon in ihren Bann gezogen. Bei Heinemann war mir, als ob ich eine andere Welt beträte, die üppig, lecker, bunt und einfach märchenhaft ist. Diese besondere Atmosphäre mich schon immer angesprochen. Und bei meinem Bewerbungsgespräch in der Konditorei Heinemann hat mir alles sehr zugesagt. Meine Entscheidung hier anzufangen habe ich nie bereut. Die Kollegen und Ausbilder bringen mir so viel bei und sie sind alle so nett. Ich gehe morgens glücklich hier rein und abends glücklich wieder raus.
Wie erlebten Sie die ersten Tage Ihrer Ausbildung?
Anfangs erschien mir alles laut und unübersichtlich und es gab so viele Menschen, die ich erst mal kennenlernen musste. Ich war nervös, etwas falsch zu machen. Christina Stähn, meine Ausbilderin, gab mir jedoch von Anfang an Sicherheit. Sie ist so liebenswürdig, ich kann ihr jede Frage stellen, sie bringt mir alles geduldig bei, übt mit mir und lernt auch Theorie mit uns Auszubildenden. Frau Stähn und die anderen Ausbilder lassen uns Lehrlinge auch nicht den ganzen Tag einfache Arbeiten verrichten, wie z. B. Pflaumen entsteinen. Wir dürfen überall mitmachen, uns einbringen und Erfahrungen sammeln. Ich habe auch schon mal im Verkauf hospitiert, bei Frau Kleuken in Krefeld, das hat mir auch riesigen Spaß gemacht. Mittlerweile weiß ich, dass ich mich jederzeit an jeden einzelnen Kollegen hier wenden kann, alle sind für Fragen offen und geben ihr Wissen gerne weiter. So habe ich ganz schnell gemerkt: Das passt richtig gut und ich bin hier am richtigen Platz.



„Mach einfach das, was du liebst und du musst keinen Tag im Leben arbeiten.“
Romy Kerkmann
Sie fangen um fünf Uhr morgens an. Sind Sie ein früher Vogel?
Ja, das bin ich immer schon gewesen. Klar, im Winter ist es schwieriger als im Sommer, wenn man mit der Sonne aufstehen kann. Dann fährt man zur Arbeit und dem Sonnenschein entgegen – ein schönes Gefühl. Und es hilft, wenn man sich auf die Arbeit freut, dann steht man gerne auf. Ein weiterer Vorteil ist, dass ich schon mittags um halb eins Feierabend habe und noch den ganzen Tag nutzen kann. Meine Mutter und meine Oma haben mir einen Leitspruch mitgegeben: „Mach einfach das, was du liebst und du musst keinen Tag im Leben arbeiten.“ Genau das tue ich.
Gibt es etwas, was Sie in den Jahren Ihrer Lehre fürs Leben gelernt haben?
Sicher, wie ich Dinge generell handhabe, wie ich effizienter arbeiten kann, auch zuhause. Ich verliere heute nicht mehr so schnell die Nerven und finde leichter Lösungen für Probleme oder Missgeschicke.
Was schätzen Sie besonders bei Ihrer Arbeit?
Die Kollegen. Ich habe hier schon so viele nette Leute getroffen. Auch mit unserem Chef gab es schon lustige Momente, bei Heinemann hat man generell Humor.
Hätten Sie Ideen, die Ausbildung noch besser zu gestalten?
Eigentlich übe ich gerne konstruktive Kritik aus, aber ich kann mich gar nicht beschweren. Wir haben viel Privatunterricht, wir können Frau Stähn mit unseren Fragen löchern oder Wünsche äußern, was wir üben möchten. Wir werden bei Heinemann in jeder Hinsicht unterstützt. Und wenn man mal einen nicht so guten Tag hat, haben alle Verständnis und zeigen sich flexibel.
Wann und wo hat man während der Konditor-Ausbildung Gelegenheit, über den Tellerrand zu blicken?
Bestimmt ist es spannend zu erleben, wie man in anderen Ländern als Konditor arbeitet. Es gibt Programme, mit denen man kann Erfahrungen im Ausland sammeln kann. ‚Erasmus+‘ zum Beispiel macht solche Angebote. Im Ausland dazuzulernen ist bestimmt inspirierend. Und vielleicht mache ich das auch einmal, aber erst, wenn ich noch mehr Erfahrung gesammelt habe und noch besser geworden bin. Ich bin jedoch sicher, dass ich danach wieder zurückkommen möchte, denn Kempen St. Hubert ist mein Heimatort. Hier bin ich verwurzelt und hier leben meine Eltern und Großeltern. Eine schöne Vorstellung wäre es, wenn ich das, was ich woanders gelernt haben würde, hier wieder einbringen könnte.
Welches ist Ihrer Meinung nach ein zentraler Wert in der Konditorei Heinemann?
Was die Zusammenarbeit betrifft, ist es unser besonderer Teamgeist. Keiner wird allein gelassen, man hilft einander, wo man kann. Vor allem aber Traditionen zu pflegen, ist bei Heinemann ein Leitgedanke. Viele Rezepte gibt es unverändert seit Jahrzehnten. Natürlich entwickeln und lernen wir auch viel Neues. Jedoch macht die Konditorei Heinemann nicht jeden Trend mit. Aktuell sind ja ‚naked cakes‘ angesagt, die gibt es bei uns nicht. Wenn ich an unsere Hochzeitstorten denke, stelle ich mir vor, dass eine Tochter heute genau die gleiche Hochzeitstorte bekommen kann, wie sie schon ihre Mutter hatte. Das finde ich schön und romantisch – das ist gelebte Tradition.


„Heinemann ist Magie.“
Romy Kerkmann
Könnten Sie das Heinemann-Image in einem Satz zusammenfassen?
Heinemann ist Magie. Zumindest hat Heinemann mich immer schon verzaubert. Die üppige Dekoration und die vielen liebevolle Details, die leckeren Produkte und die freundlichen Menschen ergeben ein magisches Gesamtkunstwerk.
Welche Karriereaussichten sehen Sie für sich in der Konditorei Heinemann?
Erstmal möchte ich die Gesellenprüfung im nächsten Jahr schaffen. Dann würde ich gerne den Meister machen. Heinemann unterstützt dies auch sehr. Weiter denke ich im Moment noch nicht.
Bietet Heinemann allen Menschen die gleichen Chancen, ungeachtet ihres Geschlechts oder ihrer Herkunft?
Absolut, ja. Ich habe noch nie gehört, dass sich bei uns jemand diskriminiert gefühlt hätte, weder aufgrund seines Geschlechts noch aufgrund seiner Herkunft. Manche Posten, wie der Anschlagposten, erfordern etwas mehr Kraft, da sind vielleicht Männer im Vorteil. Aber man hilft sich hier immer gegenseitig und unterstützt andere.
Ab wann nimmt man als Auszubildende auch Jüngere an die Hand?
Mir wurde am Anfang eine Auszubildende im dritten Lehrjahr als Ansprechpartnerin zugeteilt. Sie heißt Linda und ich kann sie wirklich alles fragen. Das war gerade zu Beginn sehr hilfreich, denn ich konnte noch nicht so recht einschätzen, wen ich was fragen konnte. Bei Linda musste ich keine Hemmungen haben. Ich würde mich freuen, diese Aufgabe später auch einmal zu übernehmen.
Hat man als Konditorin nach der Lehre wirklich ausgelernt?
Ich bin sicher, dass ich mein ganzes Berufsleben hindurch dazulernen werde. Ich strebe den Meister an, würde aber niemals sagen, dass ich dann als Meisterin mehr wüsste als ein Altgeselle. Denn dessen jahrelange Erfahrung könnte ich niemals wettmachen.
Wie werden Sie nächstes Jahr Ihre bestandene Gesellenprüfung feiern?
Bestimmt mit Freunden und Familie, mit Kuchen und anderen leckeren süßen Sachen, mit ganz viel Selbstgebackenem. Das wird von mir natürlich auch erwartet!
Die Konditorei Heinemann besteht seit über 90 Jahren, legt großen Wert auf Tradition. Schätzen und leben Sie auch privat Traditionen?
Ich glaube, dass ich mir der meisten Traditionen gar nicht so bewusst bin, die ich im Alltag lebe. Aber wenn ich darüber nachdenke, gibt es auch in meinem Leben liebgewonnene Familientaditionen: Jedes Jahr zu Weihnachten schaue ich mit meiner Familie den gleichen uralten Film, ‚Wir sind keine Engel‘. An den Wochenenden sitzen wir gerne am Kaminfeuer zusammen, erzählen von der Woche und hören Musik. Ganz regelmäßig besuche ich außerdem meine Großeltern oder sie besuchen uns. Dann gibt es Selbstgebackenes, zum Beispiel den berühmten Rodonkuchen meiner Oma, eines ihrer Lieblingsrezepte. Oder auch meine selbstgebackenen Plätzchen.

„Viele Menschen sehen nicht, was bei echtem Handwerk dahintersteckt.“
Romy Kerkmann
Man sagt, dass das Handwerk generell – auch das des Konditors – Zukunft hat. Wie sehen Sie das?
Ich bin da unsicher. Denn die Welt ist so schnelllebig und viele Menschen sehen nicht, was bei echtem Handwerk dahintersteckt. Das Vorurteil, dass Heinemann teuer sei, hält sich gerade bei den jungen Leuten in meinem Umfeld. Ihnen erkläre ich dann, welche hochwertigen Zutaten eingesetzt werden, wieviele Arbeitsschritte für eine Torte oder ein Praline nötig sind, wieviele Kollegen daran mitarbeiten und wieviel Zeit alles beansprucht. Und dass daher dass der Preis gerechtfertigt ist. Manchmal habe ich Angst, dass das Bewusstsein für Qualität aussterben könnte. Andererseits: Als ich das erste Mal Nougat von Heinemann probiert habe, war ich für alles andere Nougat dieser Welt verloren. Mein Geschmack hatte sich verändert. Ich glaube, wer einmal gute Qualität kennengelernt hat, bleibt wahrscheinlich dabei.
Welches ist Ihre Lieblingstorte oder Ihre Lieblingspraline von Heinemann?
Die Charlotte-Royale-Torte mit echter Vanille und Erdbeer-Himbeer-Mark ist einfach nur köstlich. Richtig toll finde ich auch die Petit fours und die Pralinen mit schwarzem Tee, für die wir bei Heinemann natürlich echten Tee aufgießen und nicht etwa Aromen verwenden. Wenn man in diese Teepralinen heinein beißt, schmeckt man gleichermaßen die gute Schokolade und den Tee, das ist so lecker.
Was ist für Sie ein perfekter Genussmoment?
Das Zusammensein mit der Familie und Freunden, dabei etwas Süßes genießen. Plätzchen essen und Kaffee trinken mit den Großeltern. Dann freuen wir uns alle, etwas gemeinsame Zeit verbringen zu können und dabei etwas Schönes zu genießen, das sind für mich perfekte Momente.
Liebe Frau Kerkmann, danke für das Gespräch.

Haben Sie Interesse an einer Ausbildung oder einer Anstellung in Voll- oder Teilzeit bei der Konditorei Heinemann?
Die Konditorei Heinemann bildet Konditorinnen und Konditoren sowie Konditorei-Fachverkäuferinnen und -Fachverkäufer aus. Erfahrene Kräfte stellen wir auch gerne ein – auch Quereinsteiger sind willkommen. Richten Sie Ihre Bewerbung an Simone Sievers: bewerbung@konditorei-heinemann.de. Sie haben Fragen? Rufen Sie Frau Sievers einfach an: 02161-693-136.
Sie kennen die Konditorei Heinemann noch nicht so gut? Lesen Sie die vielen interessanten Artikel hier in kleineslaster und schauen Sie gerne auch in unseren YouTube-Kanal, auf Facebook oder Instagram um!