Azubi mit Abitur: die angehende Konditorin Hannah Adam

Abiturientin Hannah Adam ist Auszubildende bei der Konditorei Heinemann in Mönchengladbach. Sie hat gerade viel zu tun, wie auch das gesamte Team. Es geht emsig zu in der Backstube. Unser Interview findet also zwischen Teig und Torten statt. Wie ist die Ausbildung in der Konditorei Heinemann? Warum entscheidet sich eine Abiturientin für eine Lehre im Handwerk? Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es? Und wie fühlt sich für einen jungen Menschen die Mitarbeit in der traditionsbewussten Manufaktur an?

Möchten Sie sich vielleicht einmal kurz vorstellen?
Ich bin Hannah Adam, Abiturientin, 19 Jahre alt und in meinem zweiten Lehrjahr in der Ausbildung zur Konditorin. Nach meinem Abschluss meiner Lehre bin ich Gesellin.

Wie kam es zu Ihrem Berufswunsch und wie kamen Sie zu Heinemann?
Ich habe immer schon gerne mit meiner Oma zusammen gebacken. Zu Geburtstagen und Feiern habe ich oft etwas Selbstgebackenes mitgebracht. Aus meinem Umfeld meinte dann jemand: Du wirst doch bestimmt Konditorin! Ja, dachte ich, eigentlich eine richtig gute Idee! Und dann habe ich mich schlau gemacht und mich bei der Konditorei Heinemann beworben. Ich bin direkt genommen worden.

Heiße Angelegenheit: Auszubildende Hannah Adam prüft die Temperatur von Zucker

Was haben Ihre Freunde dazu gesagt, dass Sie die Lehre einem Studium vorziehen?
Die waren wirklich sehr erstaunt. Mit meinem Abiturschnitt von 2,2. hätte ich natürlich auch studieren können. Die meisten meiner Freunde hatten die Möglichkeit einer Lehre im Handwerk gar nicht auf dem Schirm. Aber als ich dann einiges über meine Ausbildung erzählt habe, waren sie ganz angetan und jetzt finden sie es richtig super, was ich mache. Für mich ist es übrigens auch ein gutes Gefühl, schon jetzt eigenes Geld zu verdienen und dadurch etwas unabhängiger zu sein.

Was lernen Sie alles während der Ausbildung?
Ich gehe quer durch alle Abteilungen. Ich lerne alles herzustellen, was man später in der Konditoreitheke sieht. Ich arbeite am Teig- oder Sahneposten, mache aber auch Buttercreme, Pralinen, Schokolade oder Blätterteig. Im Moment gefällt mir der Anschlagposten gut, dort schlägt man die Teige an. Aber die Pralinenabteilung hat mir auch sehr gut gefallen.

Werden Sie von Familie und Freunden um Rat gefragt, wenn es um Backen geht?
Allerdings. Mein Bruder zum Beispiel hat beim Backen oder Kochen zwei linke Hände. Er ruft mich oft an und fragt um Rat. Kochen lerne ich hier ja auch ein bisschen. Meine Freunde engagieren mich gerne und oft für Kuchen und Torten.

Ihre Lieblingspralinen? Ihre Lieblingstorte?
Ich liebe alles mit Nougat! Und bei Torten alle mit Obst.

Körpereinsatz: Hannah Adam beim Anschlagen eines Teiges
Sahneschlagen XXL: auch die Technik will bedient sein

Ausbildung zum Konditor: Leidenschaft, Kreativität, Experimentierfreude

Experimentieren Sie in Ihrer Freizeit mit neuen Rezepten?
Total gerne. Ich nehme ja viel Inspiration von hier mit. Zusätzlich recherchiere ich im Internet und experimentiere mit Geschmacksrichtungen und Rezepturen. Spannend ist zum Beipiel die Kombination von Schokolade mit scharfen Zutaten wie Pfeffer oder Chili. Vielleicht kann ich später mal meine Ideen einbringen.

Was bedeutet für Sie Kreativität?
Für mich bedeutete es, überall Inspiration aufzuschnappen und dann mein eigenes Ding daraus zu machen: Geschmäcker zu kombinieren oder Dekorationen zu erfinden. Man kann ja in wirklich allen Bereichen kreativ sein – die Möglichkeiten sind riesig.

Posten sie ihre schönsten Torten auf Instagram?
So weit bin ich noch nicht. Vielleicht später mal. Privat zeige ich meine Torten nur Freunden.

Was bedeutet Ihnen Handwerk im Instagram Zeitalter?
Das ist gar kein Widerspruch, das geht für mich Hand in Hand. Ich finde viel Inspiration auf Instagram und sehe, was andere Leute so machen. Ich glaube, das Handwerk mit seinen Möglichkeiten rückt durch Kanäle wie Instagram erst richtig in den Fokus und ins Bewusstsein vieler Menschen. Die wiederum bekommen Ideen und werden motiviert, sie handwerklich umsetzen.

Hinterlässt Spuren: echtes Handwerk

Tradition und Innovation: im Konditorenhandwerk kein Widerspruch

Die Konditorei Heinemann ist stolz auf ihre Tradition. Was bedeutet Ihnen dieses Wort?
Ich glaube, man braucht ein gutes Mittelmaß – eine gute Balance zwischen Tradition und Moderne. Klassiker wie die Heinemann-Champagnetrüffel werden immer bleiben, ohne die geht nichts! Aber dennoch muss man sich weiterentwickeln. Ich denke, man sollte für Neues offen sein und trotzdem die Tradition bewahren. Die beiden Pole sollten im Gleichgewicht sein.

Wie kompatibel sind Ihre Arbeitszeiten mit Ihrem Privatleben?
Ich fange um sechs Uhr morgens an, in der Vorweihnachtszeit bereits um fünf Uhr. Man muss sein Privatleben drumherum bauen, aber das geht. Wenn einem der Job Spaß macht und wenn man ihn wirklich will und liebt, dann ist alles machbar. An das frühe Aufstehen gewöhnt man sich. Ich gehe einfach früh ins Bett. Dafür habe ich ja auch früh Feierabend. Im Winter komme ich nicht erst im Dunkeln nach Hause, das finde ich ziemlich angenehm. Mein Freund studiert und könnte morgens viel länger schlafen als ich. Aber steht mit mir auf und macht mir Kaffee und Brote. Dann allerdings kann er sich nochmal hinlegen.

Was sind Ihre Träume für später?
Nach meinem Abschluss als Gesellin habe ich noch die Möglichkeit, die Meisterschule zu besuchen und Konditormeisterin zu werden. Mit dem Konditorenberuf kann man auch super auf Reisen gehen. Ich möchte unbedingt andere Kulturen kennenlernen und sehen, wie in diesen die Konditorenkunst ausgeübt wird. Die Gebäcke in südlichen Ländern wie Spanien oder Italien sind ganz anders als hier in Deutschland. Ansonsten ist in meinem Beruf von der Angestellen bis zum eigenen Betrieb oder Café alles machbar. Welche Türen sich aber einmal für mich öffnen werden, kann ich heute noch gar nicht sagen.

Nur eine von vielen Delikatessen aus der Backstube: Pflaumentorte von Heinemann

Ausbildungsbetrieb Heinemann: spezialisiert, persönlich, herzlich

Was zeichnet die Konditorei Heinemann als Arbeitgeber aus?
Ich denke, was die Konditorei Heinemann auszeichnet ist, dass es hier Spezialisten für jeden Bereich gibt. Die kann man alles fragen, die wissen auf alles die Antwort. In der Pralinenabteilung beispielsweise lernt man einfach alles über Schokolade und Pralinenherstellung, bis ins kleinste Detail. Gleichzeitig bekommt man hier den großen Überblick und kann sich dann später spezialisieren.

Yummy und lecker: Konditoren-Ausbildung bei der Konditorei Heinemann

Welcher Spirit herrscht in der Heinemann-Manufaktur?
Der Spirit bei Heinemann ist toll, ich fühle mich hier sehr wohl. Es gibt viele nette Leute, mit denen man auch mal reden kann. Die Kollegen freuen sich auf die Auszubildenden und geben ihr Wissen sehr gerne weiter. Sie geben Hilfestellungen und weisen darauf hin, wie man Fehler vermeiden kann. Auch der Kontakt zu den anderen Auszubildenden ist gut, wir tauschen uns in den Pausen und in der Berufsschule viel aus. In den einzelnen Abteilungen variiert die Stimmung je nach Aufgabenstellung und Art der Arbeit – zwischen ruhiger, stiller Konzentration und Fröhlichkeit. Wir lachen viel!

Haben Sie Kontakt zum Chef Heinz-Richard Heinemann?
Unseren Chef trifft man jeden Tag in der Backstube. Er sagt jedem freundlich guten Tag und ist immer ansprechbar, wenn man etwas auf dem Herzen hat. Ich erlebe ihn als herzlichen und witzigen Chef.

Welche Fortbildungsmöglichkeiten und Karriereaussichten haben Sie?
Nach der Gesellinnenprüfung kann ich noch Konditormeisterin werden. Ich könnte weiter angestellt arbeiten oder mich selbständig machen. Innerhalb eines Betriebes kann man auch aufsteígen. Man kann sich spezialisieren und sich die Karriereleiter hocharbeiten, zum Beispiel zum Postenleiter. Mit Abitur könnte man sogar noch ein Studium wie Ernährungswissenschaften draufsetzen oder aber Berufsschullehrer/in werden. Auch wenn ich das nicht plane.

Was glauben Sie: ab wann sind Sie in Ihrer Branche ein alter Hase?
Bis ich ein alter Hase bin, das dauert wohl noch sehr lange. Und ich glaube, so richtig wird man das eigentlich nie, man lernt bestimmt nie aus.

Mit welchen Argumenten würden sie junge Menschen für diesen Beruf begeistern wollen?
Man kann als Konditor oder Konditorin einfach superkreativ arbeiten – bei den Rezepten und bei den Dekorationen. Das Auge isst schließlich immer mit. Und besonders schön: Wir Konditoren können mit unserer Kunst Menschen ein Riesenfreude bereiten. Kuchen und Torten gibt es ja zu jedem Fest, zu Hochzeiten, Taufen, Geburstagen – eine Torte gehört einfach immer dazu. Wir schenken den Menschen Genuss und Lebensfreude, das finde ich echt toll.

Frau Adam, danke für das Gespräch.

Übrigens:
Das Handwerk hat Zukunft! Neben Konditoren und Konditorinnen bildet die Konditorei Heinemann auch Konditorei-Fachverkäufer und -Fachverkäuferinnen aus. Bewerbungen richten Sie einfach per E-Mail an bewerbung@konditorei-heinemann.de

Hannah Adam über die Ausbildung in der Konditorei Heinemann
Fazit: I love Heinemann

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