Blitzlichtgewitter in der Konditorei Heinemann: Eine Gruppe Journalisten und Fotografen mühen sich um die besten Plätze, um ein Foto oder einen O-Ton zu erhaschen. Denn heute besucht die Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Silke Gorißen, die Konditorei Heinemann in Mönchengladbach. Begleitet wird sie von Prof. Dr. Günter Krings, Mitglied des Deutschen Bundestages, sowie Jochen Klenner und Vanessa Odermatt, beide Abgeordnete im Landtag Nordrhein-Westfalen sowie von Heinemann-Geschäftsführer Andreas Schmitz. Ehrensache, dass Heinz-Richard Heinemann persönlich die Politikerrunde durch Backstube und Confiserie führt. Mit dabei: die engsten Mitarbeiter des Familienunternehmens sowie Heinz-Richard Heinemanns Zwillingssöhne Markus und Lukas, 13 Jahre alt. kleineslaster nimmt seine Leser mit hinter die Kulissen und kommt der Ministerin dabei ganz nahe. Kostproben inklusive.

„Ohne Sahne geht es bei uns nicht!“
Heinz-Richard Heinemann

Ministerin Silke Gorißen, Jahrgang 1971, offenes Gesicht, warmherzige Augen, verbindliche Art, eine Frau, der man ansieht, dass sie gerne lacht. Die Verantwortliche für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen und Mutter eines Sohnes begrüßt nach Ihrer Ankunft (pünktlich auf die Minute, genau nach Protokoll) als erstes Heinz-Richard Heinemann und sein Team. „Und da sind ja auch die Junior-Chefs“, lächelt sie, als sich den Zwillingen Markus und Lukas (13) zuwendet, die die Jüngsten im Empfangskomitee sind und in ihren Konditorenjacken und -mützen schon sehr professionell wirken. Die Schüler haben heute Studientag und somit schulfrei, so können sie bei der nun folgenden Backstubenführung dabei sein. Prof. Dr. Günter Krings, Mitglied des Deutschen Bundestages, sowie Jochen Klenner und Vanessa Odermatt, beide Abgeordnete im Landtag Nordrhein-Westfalen, begleiten die Ministerin und schließen sich der Führung an.

Heinz-Richard Heinemann führt Ministerin Gorißen und ihre Entourage zunächst in die Pralinenabteilung. Hier verantworten Günter Dahlmann und sein Team die Herstellung der feinsten Pralinen und Trüffel. Der Konditormeister erläutert, wie sich die Füllung der ‚Himbeerträume‘ zusammensetzt: Nicht etwa Fertigprodukte, sondern reichlich frisch passierte Himbeeren verleihen den Pralinen ihren unvergleichlichen, intensiv-fruchtigen Geschmack. Die Ministerin überzeugt sich mit eigenen Augen, wie die Früchte vor Ort gepresst werden. Abgerundet wird die Himbeermasse mit einer Ganache aus Kakao, Butter und Sahne, schließlich wird sie umhüllt von dunkler Schokolade. Heinz-Richard Heinemann: „Eigentlich ist es ganz einfach: Wir verwenden nur beste und frischeste Zutaten. Und immer nur beste Sahne – ohne Sahne geht es bei uns nicht!“ Die Politiker dürfen probieren. Gorißen, Prof. Dr. Krings, Klenner und Odermatt schließen verträumt die Augen. Die Heinemann-‚Himbeerträume‘ tragen ihren Namen zurecht.
„Das Geheimnis unserer Trüffel mit Champagne? Es ist reichlich Champagne darin.“
Heinz-Richard Heinemann
Die Gruppe geht weiter zur nächsten Station, wo die berühmten Trüffel mit Champagne hergestellt werden, das vielfach ausgezeichnete Meisterstück der Konditorei Heinemann. Der Eidgenössisch diplomierte Konditormeister Heinemann grinst: „Ich verrate Ihnen jetzt das Geheimnis unserer Trüffel mit Champagne: Es ist wirklich reichlich Champagne darin.“ Wie zum Beweis gießt ein Mitarbeiter der Confiserie eine Flasche nach der nächsten in die vorbereiteten Ganache-Behälter. In schöner Regelmäßigkeit hört man das satte Ploppgeräusch der entkorkten Flaschen. Die Delegation ist beeindruckt und nickt anerkennend. Als der Landtagsabgeordnete Jochen Klenner zuschaut, wie weiter rechts von liebevoller Hand Nougatpralinen verziert werden, bemerkt er, dass eine weitere wichtige Zutat die Leidenschaft zu sein scheint, mit der hier alle am Werk sind. Die Mitarbeiter lächeln, niemand wiederspricht.

„Das Handwerk hat goldenen Boden – mehr als je zuvor.“
Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW
Silke Gorißen, die Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, interessiert sich für die Zukunft des Familienbetriebes und möchte von Heinz-Richard Heinemann wissen, wie es um die Ausbildung steht. Heinemann: „Wir hatten über die Jahre immer um die 10 Auszubildende pro Lehrjahr. Vor 3 bis 4 Jahren war es plötzlich sehr schwer, Auszubildende zu finden, trotz bester Bezahlung und der Perspektive auf einen sicheren Job in einem traditionellen und erfolgreichen Familienunternehmen. Die Situation hat sich mittlerweile wieder verbessert und dieses Jahr beginnen erfreulicherweise 12 junge Menschen ihre Ausbildung in unserer Manufaktur. Die ‚Heinemannschaft‘ wächst also wieder.“ Noch ein Gedanke ist ihm wichtig: „Ich kann heute nur jedem raten, ein Handwerk zu erlernen. Und das des Konditors ist eben besonders schön und macht Freude – einem selbst und auch anderen.“ Ministerin Silke Gorißen pflichtet Heinemann bei: „Ich denke auch, es muss wirklich nicht immer ein Schreibtisch-Job sein. Und das Handwerk hat goldenen Boden – heute mehr als je zuvor. Wer sich für einen Handwerksberuf entscheidet, wird unsere Gesellschaft mit allem Wichtigen versorgen. Aber wenn wir in Zukunft zu wenig Handwerker haben sollten, müssten wir alle auf vieles verzichten.“


Heinz-Richard Heinemann passiert mit seinen Gästen die Produktion der ‚Gladbacher Knööp‘. „Schon mein Vater wollte eine feinere Version der Mozartkugeln machen. So erfand er 1932 Kugeln aus Schokoladenganache und Marzipan, umhüllt von Schokolade und gerösteten Nüssen. Zu Festtagen werden die uns aus der Hand gerissen“, lacht er und fügt verschmitzt hinzu, dass die Kugeln in jeder Stadt, in der die Konditorei Heinemann zu finden ist, anders heißen, zum Beispiel Krefelder Sie-Knöngels, Duisburger Knübbelkes, Düsseldorfer Schneider-Wibbel-Garn, Neusser Quirinus-Kugeln. Silke Gorißen fragt, ob es eine Praline im Sortiment gibt, die besonders beliebt ist? „Natürlich unsere Trüffel mit Champagne. Ich persönlich liebe seit meiner Ausbildungszeit in Lausanne jedoch Karamell, meine Favoriten sind unsere Dado-Fiorentino-Pralinen.“
„Wenn es kühl ist und regnet, ist das bestes Konditorenwetter. Denn bei 40 Grad kauft niemand Pralinen.“
Heinz-Richard Heinemann
In welchen Größenordnungen die Heinemann-Pralinen die Mönchengladbacher Confiserie verlassen, möchte die Ministerin erfahren. Doch über Zahlen schweigt sich Heinemann aus. „Es sind überschaubare Mengen, denn Sie sehen ja, dass wir vieles in Handarbeit machen und kaum Maschinen einsetzen. Wir produzieren nur für unsere eigenen Geschäfte und nicht für andere, und dies täglich frisch und nicht auf Vorrat. Die Entscheidung, klein aber fein zu bleiben, haben wir nunmal getroffen. Nur so können wir das Versprechen von Qualität und Frische halten. Wir werden das über Jahrzehnte erworbene Vertrauen unserer Kundschaft nicht enttäuschen.“ Diese Philosophie wurde bereits im Jahr 2022 belohnt: Die Konditorei Heinemann zählte zu den Preisträgern von Meister.Werk.NRW, eine Ehrung, die Verbrauchern die Bedeutung der regionalen Lebensmittelwirtschaft näherbringen soll, verliehen durch das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Meister.Werk.NRW ehrte die Konditorei Heinemann für ihre ausgezeichnete Qualität, handwerkliche Herstellungsweise sowie die Verankerung in der Region. Heinemann streckt lachend den Zeigefinger nach oben: „Zurzeit ist übrigens gutes Konditorenwetter, wie wir in der Familie sagen, es regnet oft, ist nicht zu heiß. Denn bei 40 Grad kaufen die Leute keine Pralinen.“
Man ist in der Backstube angekommen und Backstubenleiter Detlef Frentzen wird den Gästen vorgestellt. Dieser weist auf einen offenen Ofen mit übereinander rotierenden Walzen. Hier wird Baumkuchen gebacken. Konditor Michael Sliwinski ist der Baumkuchenspezialist bei Heinemann. Er demonstriert den Politikern, worauf es bei der Baumkuchenproduktion ankommt: Schnelligkeit und Geschick, den Teig Schicht für Schicht perfekt zu backen. Nur wer das Timing an den heißen Walzen beherrscht, backt einen Baumkuchen, wie er sein soll: fluffig und zart. Die Runde probiert und ist überzeugt.


„Wenn jemand auch im Rentenalter bei uns bleiben will, hindern wir ihn nicht daran.“
Heinz-Richard Heinemann
Die Ministerin und die Politiker ziehen weiter, vorbei an der Manufaktur von Petit Fours, „sehr beliebt bei jungen Leuten“, die eine Mitarbeiterin gerade mit zartem Schokoladendekor überzieht. Man passiert die Station mit frischen Erdbeertorten, „erst wenn die Erdbeeren aromatisch schmecken, gibt es unsere Erdbeertorte“ und gelangt zum Käsegebäck, wo gereifter holländischer Käse zum Einsatz kommt. Am nächsten Tisch wird die berühmte Heinemann-Herrentorte mit Schokoladenfondant überzogen, eine Erfindung des Gründers Hermann Heinemann, deren Rezept ein streng gehütetes Familiengeheimnis ist. Direkt daneben die Heinemann-Spezial-Torte, eine Sahnetorte mit einem handgeschriebenen ‚H‘ auf jedem Stück. „Da sollte man sich nicht verschreiben“, lacht die Ministerin. An einem weiteren Tisch entsteht gerade die Charlotte-Royale-Torte, die in den Heinemann-Café-Restaurants zusammen mit einem frischen Erdbeer-Himbeer-Mark genossen wird. Ein Abstecher noch in die Marzipanabteilung, wo die Politikerrunde staunt, dass jedes einzelne Detail an den verzierten Torten aus Zucker oder Marzipan handgemacht ist. Unterwegs treffen die Besucher noch einen drahtigen Herren im Heinemann-Outfit, Mohammed Arabi, der älteste Mitarbeiter der Konditorei. Trotz seiner 86 Jahre hatte er nie Lust, die ‚Heinemannschaft‘ zu verlassen, denn er ist fit, kommt jeden Tag mit den Fahrrad zur Arbeit. „Wenn jemand auch im Rentenalter bei uns bleiben will, hindern wir ihn nicht daran“, schmunzelt Heinz-Richard Heinemann.


„Menschen für gute Lebensmittel und für regionale und saisonale Produkte zu sensibilisieren, ist von zentraler Bedeutung.“
Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW
Heinz-Richard Heinemann weist auf einen Tisch, an dem ein Team die typischen bunten Heinemann-Verpackungen bastelt – fantasievolle Figuren, Clowns, Frösche, Hasen, Fußballer, in deren Bäuchen sich dann frische Pralinen befinden werden. „Eines unserer Alleinstellungsmerkmale, denn niemand anderes macht sich die Mühe, sogar die Verpackungen noch selbst herzustellen. Die kauft man billiger in China, aber das ist nicht unser Stil. Wir legen auch hier Wert auf Individualität.“
Diese Liebe zum Detail und dass man bei Heinemann keine industriellen Vorprodukte verwendet und lieber auf Frische setzt, kommt bei den Gästen gut an, zumal Ministerin Gorißen ihren Einsatz für Verbraucherschutz sehr ernst nimmt. „Menschen für gute Lebensmittel und für regionale und saisonale Produkte zu sensibilisieren, ist für mich von zentraler Bedeutung. Hier sieht man die Umsetzung dieser Philosophie, aber leider ist dies nicht überall selbstverständlich. Schon in den Kitas und Schulen setzen wir daher mit diversen Programmen unseres Ministeriums an. Unterstützt werden wir dabei beispielsweise auch von den Verbraucherzentralen oder von den Landfrauen. Denn in vielen Haushalten wird heute leider nicht mehr gekocht. Aber Kinder haben durchaus Einfluss darauf, was daheim konsumiert und zubereitet wird. Wenn wir sie also schulen, erreichen wir über diesen Weg auch Eltern und Familien.“

„Mein Mann kocht mittlerweile besser als ich.“
Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW
Ob sie selbst gerne backt und kocht? „Da ich kaum Zeit habe, hat dies mein Mann übernommen und er kocht mittlerweile besser als ich. Auch unser Sohn sagt, lass mal lieber den Papa kochen.“ Lieblingsgerichte? „Da bin ich sehr unkompliziert, ich mag italienische oder asiatische Küche und vor allem liebe ich Hausmannskost.“ Hat die Ministerin liebgewonnene Traditionen? „Tradition wird bei uns zu Hause rund um die Feiertage großgeschrieben. Bestimmte Abläufe oder auch Gerichte dürfen sich dann nicht ändern. Weihnachten gibt es bei uns immer Fondue und mein Mann macht ein hervorragendes Tiramisu zum Nachtisch. Ja, ich denke, da sind wir als Familie schon ein ganzes Stück traditionell, übrigens auch meine Geschwister.“ Kannte Ministerin Silke Gorißen, die aus Kleve am Niederrhein stammt, die Konditorei Heinemann schon vor ihrem Besuch? „Ja, seit meiner Zeit in Düsseldorf. Wir bestellen bei Heinemann, wenn wir Besucher empfangen oder wenn wir kleine Geschenke benötigen.“
„Die Konditorei Heinemann ist eine starke Marke in NRW.“
Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW
Ministerin Silke Gorißen steht kleineslaster und der anwesenden Presse noch für ein Schluss-Statement zur Verfügung. „Ich habe Einblicke in einen echten Handwerksbetrieb erhalten, in dem liebevoll, individuell und bis ins Detail nach alter Handwerkstradition gearbeitet wird. Dem Fachkräftemangel begegnet man hier aktiv und wird dieses Jahr 12 Auszubildende beschäftigen, was mich freut. Denn ein funktionierendes Handwerk ist wichtig für unsere Gesellschaft. Jungen Leuten rate ich, sich genau anzuschauen, was das Handwerk alles bietet. Wir brauchen ein starkes Handwerk und die Konditorei Heinemann ist eine starke Marke in Nordrhein-Westfalen.“

