
Christina Stähn hat es weit gebracht: von der Auszubildenden über die Gesellin zur Konditormeisterin. Nebenbei hat sie noch ganz lässig eine betriebswirtschaftliche Ausbildung an der Handwerkskammer absolviert. Nicht nur diese ganzheitliche Qualifikation befähigt sie, Ausbildungsleiterin bei der Konditorei Heinemann zu sein. Es ist auch ihre menschliche Seite, die sie auszeichnet. Gelassen und ruhig und mit trockenem Humor hält sie die Zügel fest in der Hand und führt ihre Schützlinge über die Hürden einer anspruchsvollen handwerklichen Ausbildung. Ihre Mission: Wer bei Heineman Konditor/in lernt, dem macht nachher keiner etwas vor. Erfahren Sie, wie die Konditorei Heinemann ihr hervorragendes Niveau in der Ausbildung erreicht und welche Chancen sich in diesem kreativen Handwerksberuf bieten.
Lesezeit: 10 Minuten
Von Heinemann in die Welt und zurück: Konditormeisterin und Ausbildungsleiterin Christina Stähn
Frau Stähn, möchten Sie vielleicht zuerst ein paar Worte über sich erzählen?
Ich habe meine Ausbildung zur Konditorin in der Konditorei Heinemann absolviert. Und im Anschluss als fertige Gesellin hier ein Jahr lang gearbeitet und mein Können perfektioniert. Doch ich wollte auch mal woanders in der Welt neue Erfahrungen sammeln. So ging ich nach Frankreich und arbeitete für drei Saisons als Konditorin auf Flusskreuzfahrtschiffen. Meine Schwerpunkte während dieser Zeit waren Patisserie und Desserts. Dann führte mich mein Weg zurück zur Konditorei Heinemann, denn es war mir immer wichtig, in einer echten, traditionellen Konditorei mitzuwirken. Man empfing mich hier mit offenen Armen. Es folgte die Meisterausbildung mit dem Konditormeisterabschluss an der Handwerkskammer. Nach einiger Zeit reifte in mir der Wunsch, mich weiter fortzubilden und ich begann eine betriebswirtschaftliche Ausbildung an der Handwerkskammer. Als wir unsere Prozesse neu strukturiert haben, haben mir diese zusätzlichen Kenntnisse viel gebracht. Da konnte ich mein ökonomisches Wissen gut einbringen. Seit 2022 bin ich stellvertretende Backstubenleiterin und Ausbildungsleiterin. Als solche kümmere ich mich um alle Auszubildenden und Praktikanten.
Welche Ihrer Auszubildenden hat Sie in den letzten Jahren am meisten überrascht – und warum?
Das schaffen alle unsere Auszubildenden – an jedem einzelnen Tag. Ich freue mich immer, wenn Sachen aufgehen, wenn zuvor Erklärtes perfekt in die Tat umgesetzt wird. Wenn aus Theorie Praxis wird. Oder wenn jemand, der unter Prüfungsangst leidet, seine Prüfung dann doch mit Bravour schafft. Das macht mir Freude und motiviert mich auch jeden Tag aufs Neue.


Konditorausbildung bei der Konditorei Heinemann: Step für Step zum Traumjob mit Zukunft
Was ist die ‚besondere Spezialität‘, die nur Auszubildende der Konditorei Heinemann genießen?
Das ist eindeutig die Tatsache, dass unsere Auszubildenden bei Heinemann einfach alles lernen, was den Beruf des Konditors ausmacht. Denn dies ist woanders nicht unbedingt der Fall. Unsere Lehrlinge werden durch alle Abteilungen der Backstube geschickt, diese Abteilungen nennen wir Posten. Jeweils zwei Monate sind für einen Posten vorgesehen, besonders wichtige Posten werden auch wiederholt. Die enorme praktische Erfahrung umfasst alle Bereiche der Konditorkunst: vom Sahneposten über Pralinen und Marzipan, Teilchen und Kuchen bis zu kreativen individuellen Torten. Unsere Azubis sind also umfassend und somit bestmöglich ausgebildet. Wir bei Heinemann investieren einfach alles in gute Ausbildung. Sowohl was fachliche Skills betrifft, als auch auf der persönlichen Ebene. Jedoch sollte man für die Lehrzeit in der Konditorei Heinemann auch einiges mitbringen: Nicht nur Kreativität und Spaß am Backen, sondern auch Disziplin, Durchhaltevermögen und ein große Liebe zur Präzision. Jeder Bewerber sollte sich hinterfragen, ob das sein Ding ist. Wenn ja: Herzlich willkommen in einem Traumjob mit Zukunft!
Sie waren selbst einige Zeit im Ausland. Haben Ihre Auszubildenden auch die Chance, woanders Erfahrungen zu sammeln und ihren Horizont zu erweitern?
Ja, über das Erasmus-Programm besteht diese Möglichkeit immer. Einige unserer Auszubildenden im zweiten Lehrjahr waren gerade für drei Wochen in Spanien. Interessant war, welche Erfahrungen die Lernenden dort gemacht haben. Bei Heinemann ist Pünktlichkeit eine wichtige Voraussetzung. Denn man muss wissen: Alle Posten arbeiten Hand in Hand, wir sind aufeinander angewiesen und gut aufeinander eingespielt. Das ist in einem großen Handwerksbetrieb wie dem unseren nicht anders möglich, denn die Ware muss schließlich pünktlich und frisch in den Filialen liegen. In Spanien sollten unsere Azubis um 7 Uhr zur Arbeit erscheinen, was sie auch taten. Sie wurden dann von der Belegschaft erstaunt gefragt, was sie denn so früh hier schon wollten. Pünktlichkeit war in diesem spanischen Betrieb nicht das oberste Gebot. Kulturelle Unterschiede zu begreifen, ist bereichernd, und man würdigt es dann auch wieder ganz anders, wie gut es bei uns läuft (lacht).



Ausbildung zum Konditor/zur Konditorin: Tradition, Familiensinn, Handwerksqualität und Menschlichkeit
Wie schaffen Sie es, Handwerkskunst mit zeitgemäßen Elementen der Ausbildung zu verbinden – gerade in einer Branche, die so stark auf Tradition baut?
Unsere Auszubildenden dürfen das Gelernte ausgiebig üben. Und zwar in voller Konzentration, denn beim Üben werden sie von niemandem gestört. Als Ausbildungsleiterin bin ich immer ansprechbar, genauso wie die Kolleginnen und Kollegen an ihren Posten. Im Rahmen der Prüfungsvorbereitung mache ich den Auszubildenden Vorgaben, innerhalb derer sie kreativ arbeiten können. Unsere Azubis können sich überall einbringen, mit ihren Ideen oder auch ihrer Kritik. In der Konditorei Heinemann geht es – bei aller Professionalität und bei allem Anspruch an Perfektion – recht familiär zu. Auch auf der menschlichen Ebene bin ich und ist das ganze Team immer verfügbar. Bis hin zum Chef. Heinz-Richard Heinemanns Büro ist immer offen, auch für jeden Auszubildenden. Einmal jährlich führt er zudem ein Gespräch mit den Lernenden, hierbei kann man sich updaten, Probleme besprechen, Feedback gaben oder Perspektiven aufzeigen.
Was lernen Ihre Auszubildenden bei Heinemann, das sie an keiner Berufsschule der Welt lernen können?
In der Konditorei Heinemann lernen unsere Auszubildenden echtes, unverfälschtes Konditorhandwerk. So, wie es ursprünglich gemeint war und wie es unserer Tradition als Manufaktur entspricht. Unsere Auszubildenden werden an den Umgang mit hochwertigsten Lebensmitteln herangeführt. Denn auch unsere Rezepte sind ja zum Teil seit über 90 Jahren unverändert. Wir vermitteln also, wie man Lebensmittel herstellt, die den Namen auch verdienen – ohne chemische Zusatzstoffe, Emulgatoren, Stabilisatoren oder Fertigmischungen. Die Azubis erfahren, wie man Sahne richtig aufschlägt, ohne künstliche Hilfsmittel wie Sahnesteif oder Ähnliches zu verwenden. Gleiches gilt für all unsere Spezialitäten, ob es eine Buttercreme ist, ein Blätterteig, eine Torte oder eine Praline – einfach alles aus der Konditorei Heinemann ist nach echter handwerklicher Tradition von vielen kundigen Händen hergestellt. Trotz unserer Größe sind wir tatsächlich noch eine echte Manufaktur. Und das ist in unserer Branche ein Alleinstellungsmerkmal, das gibt es woanders kaum noch.

Im Konditorhandwerk keine Widersprüche: Perfektion und Kreativität
Ein Konditor muss sich einerseits exakt nach Rezepten richten, aber es ist ja auch ein kreativer Beruf. Können Sie ein Beispiel nennen, wo es auf die Kreativität der Auszubildenden ankommt?
Im Rahmen der Ausbildung stellen wir den Lernenden natürlich viele Aufgaben, die Kreativität erfordern. Und gerade in der Marzipanabteilung, wo individuelle Torten dekoriert werden, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Kürzlich ging es im Rahmen der Ausbildung darum, individuelle Torten zum Thema ‚Disney‘ zu entwickeln. Das war ein dankbares Thema und die Ideen waren schnell da. Aktuell haben die Lernenden die Aufgabe, eine Drei-Etagen-Torte zum Thema ‚Bierbörse‘ zu gestalten. Das war schon eine größere Herausforderung für unsere Azubis. Die Ergebnisse jedoch können sich sehen lassen. Das nächste kreative Torten-Thema wird ‚Kindheitserinnerungen‘ sein, denn das war kürzlich ein Prüfungsthema. Die Auszubildenden können bei ihrer Arbeit natürlich immer auf unsere Profis zurückgreifen, auch Herr Witt und sein Team der Marzipanabteilung stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
Welcher Moment in der Ausbildung zaubert Ihnen persönlich immer ein Lächeln ins Gesicht?
Das sind die Momente, in denen die Auszubildenden schwierige Aufgaben gut gemeistert haben. Wenn sie mir mittags erzählen, was sie am Tag alles gelernt haben. Und wenn es auf die Prüfung zugeht, mit welchen guten Ideen die Azubis an diese herangehen und sie umsetzen. Dann sehe ich, dass meine Arbeit etwas gebracht hat.



Berufswunsch Konditor/in: von Schnuppertag bis Sabattical
Wie sieht es mit den Arbeitszeiten aus? Was müssen Bewerber wissen?
Wir fangen früh morgens an, dafür hat man mittags schon Feierabend und somit noch etwas vom Tag. Gerade im Winter ist es schön, helle Stunden zu erleben. Derzeit haben wir eine 5 1/2-Tage-Woche, die auch drei Samstage im Monat umfasst. Am vierten Samstag und an allen Sonntagen haben unsere Azubis frei. Die Ausbildung wird bei uns dafür auch übertariflich bezahlt. Und wir arbeiten gerade an der Umstellung auf eine 5-Tage-Woche, das braucht allerdings noch Zeit, denn es ist eine organisatorische Herausforderung. Individuelle Auszeiten, Sabatticals oder Auslandsaufenthalte sind in der Konditorei Heinemann grundsätzlich möglich, wenn man seine Pläne frühzeitig anspricht. Und wer ernsthaft Interesse an einer Ausbildung hat, für den bieten wir einen Schnuppertag an. An diesem zeigen wir dem Bewerber die komplette Produktion und lassen ihn mitarbeiten. So kann er herausfinden, ob der Ausbildungswunsch wirklich passt. Auch Schülerpraktika bieten wir an.

Azubi-Stimmen: was Heinemann als Ausbildungsbetrieb besonders macht
Wenn man Ihre Auszubildenden fragt: Was würden die meisten wohl antworten, was sie an der Konditorei Heinemann besonders schätzen?
Das könnten wir unsere Auszubildenden selbst fragen. Mary Jane und Lea sind gerade verfügbar. (Die beiden jungen Frauen kommen dazu.) Lea: „Wir lernen hier quer durch die Bank alles, die volle Bandbreite der Konditorkunst. Diese Vielfalt spricht mich total an. Und diese genießen woanders nicht alle Auszubildenden.“ Mary Jane ergänzt: „Die Qualität der Rohstoffe begeistert mich. Zum Beispiel unsere Schokolade, die ist richtig hochwertig und lecker. Ich realisiere auch, dass woanders so nicht gearbeitet wird, da wird statt guter Schokolade nur Fettglasur verwendet. Außerdem ist die Stimmung hier bei Heinemann entspannt. Und wenn ich etwas falsch gemacht habe, werde ich nicht gleich zur Schnecke gemacht. Fehler kommen vor und werden verziehen. Wir dürfen auch sagen, was wir denken, unsere Kritik und unsere Ideen werden gehört und angenommen. Und wir empfinden uns auf Augenhöhe mit den Kollegen und mit unserer Ausbildungsleiterin Christina Stähn.“
Frau Stähn, wie bereiten Sie Ihre Auszubildenden auf eine Karriere in einer Spitzenkonditorei vor?
Wir bilden unsere Auszubildenden bestmöglich und wirklich umfassend aus. Wir bereiten sie gut auf alle Herausforderungen vor, auch auf die kleinsten Details. Sie lernen das perfekte Handwerk, aber auch, sich zu fokussieren und gut zu planen. Zudem sind bei uns Respekt und Menschlichkeit wichtige Werte. Auch wenn der Ton in der Backstube oft relativ knackig ist und ‚Bitte‘ und ‚Danke‘ in der Hektik des Alltags auch mal verschluckt werden (lacht): Wir wissen, dass wir uns schätzen und füreinander da sind.

Konditorausbildung bei Heinemann: Aufstiegschancen inklusive
Was unterscheidet die Ausbildung bei Heinemann von anderen renommierten Konditoreien – vielleicht sogar im internationalen Vergleich?
Im internationalen Vergleich hat die Konditorausbildung in Deutschland ein extrem hohes Niveau. Dieses beruht auf dem dualen System. Es bedeutet, dass die Auszubildenden in die Produktion eines Betriebs fest eingebunden sind. Dort können sie überall mitarbeiten und Erfahrungen sammeln. Parallel dazu besuchen sie die Berufsschule. In anderen Ländern fehlt diese wichtige Praxis – die Ausbildung ist meist rein schulisch geprägt. Und die Konditorei Heinemann zeichnet sich zudem in besonderer Weise als Ausbildungsbetrieb aus: durch ihre fast hundertjährige Tradition als Familienbetrieb und durch echte Handwerkskunst, die hier noch gelehrt wird. Zudem ermöglicht unser intensives Coaching und Training und das tägliche Leben unserer Werte eine Ausbildung auf höchstem Niveau und somit hervorragende Aufstiegschancen.
Können Sie das Gefühl beschreiben, wie es ist, Wissen weiterzugeben?
Das ist ein gutes, warmes, beschwingtes Gefühl. Und man bekommt von den Auszubildenden ja auch viel zurück. Und dies führt mir immer wieder die Sinnhaftigkeit meines Berufs vor Augen.
Wenn Sie einem jungen Menschen in wenigen Worten mitgeben dürften, warum er oder sie sich bei der Konditorei Heinemann bewerben sollte – wie würden diese lauten?
Hier in der Konditorei Heinemann lernt man – wie nirgendwo anders – perfektes traditionelles Konditorhandwerk in einem familiären Umfeld. Man arbeitet mit den hochwertigsten Produkten. Man sieht am Ende des Tages, was man mit seinen Händen geschafft hat. Und das ist ein sehr gutes Gefühl.
Liebe Frau Stähn, vielen Dank für das Gespräch.

Haben Sie Interesse an einer Ausbildung oder einer Anstellung in Voll- oder Teilzeit bei der Konditorei Heinemann?
Die Konditorei Heinemann bildet Konditorinnen und Konditoren sowie Konditorei-Fachverkäuferinnen und -Fachverkäufer aus. Erfahrene Kräfte stellen wir auch gerne ein – auch Quereinsteiger sind willkommen. Richten Sie Ihre Bewerbung an Simone Sievers: bewerbung@konditorei-heinemann.de. Sie haben Fragen? Rufen Sie Frau Sievers einfach an: 02161-693-136.
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Fotos: Ulrike Jägerfeld